Schreiben wie im Mittelalter 

Schüler der Grundschule Hemeln erlebten eine Projektwoche in Steinrode

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Anstrengend: Joris, Sophia und Max stemmten ein Stück Holz für eine Wachstafel aus.

Hann. Münden. Was gab es im Mittelalter für eine Schrift, worauf wurde geschrieben, gab es da Papier und Stifte? Diese Fragen konnten sich die Kinder der Grundschule Hemeln im Mittelalterdorf selbst  beantworten.

Die diesjährige Projektwoche der Grundschule fand im Mittelalterdorf Steinrode zum Thema „Schrift im Mittelalter“ statt. Finanziell unterstützt wurde die Woche vom Förderkreis der Grundschule, der Sparkasse und der VR Bank in Südniedersachsen.

Für die Kinder gab es vier Stationen, an denen Schreiben von Buchstaben des Mittelalters mit Feder und Tinte ausprobiert, Papier geschöpft, Lesezeichen gewebt und kleine Wachstafeln aus Holz gestemmt wurden. In Gruppen aufgeteilt, konnte jedes Kind an allen vier Stationen arbeiten. Recht ungewohnt war es für die Schüler, die alten Buchstaben zu schreiben und dann auch noch mit einer Feder und Tinte. „Das ist richtig komisch mit so einer Feder zu schreiben, aber es geht“, stellte Fynn fest. Die Anleitung dazu gab Luisa Herold, die zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in Steinrode absolviert.

„Ich mache mein Lesezeichen in Weiß, Rosa und Lila“, erzählte Anni. Auf einem Holzstück mit Nägeln wurden Garn gespannt und dann mit einem Holzschiffchen die Wollfäden mal über und dann wieder unter dem Garn entlang geführt. Gisela Plach, Mitarbeiterin in Steinrode, erklärte den Kindern genau die einzelnen Schritte.

Recht aufwendig ist es, Papier zu schöpfen. Das in Wasser aufgelöste Altpapier wird mit einem Schöpfrahmen heraus gesiebt. Das ist nicht so einfach und da half die Religionslehrerin Kunigunde Balmer. „Dann muss es aber noch richtig trocken gemacht werden“, erklärte Emma. Das geschieht mit Tüchern in mehreren Arbeitsgängen. Anschließend werden die Papierbögen noch zum Trocknen an der Luft aufgehängt.

„Das ist ganz schön anstrengend, das Holz auszustemmen“, stellte Max fest. Er mühte sich ordentlich ab, um in ein kleines Holzstück mit einem Stemmeisen eine Vertiefung für eine Wachstafel zu stemmen. Diese wurde dann mit Wachs gefüllt, zwischen zwei Holzscheiben mit einem Lederstück befestigt, sodass es wie ein kleines Notizbuch aussieht. „Mit einem Griffel lasen sich Notizen in das Wachs ritzen und mit Wärme wieder entfernen“ erklärte Nelly Lamm, die das das Mittelalterdorf betreut.

Schulfest

Am Freitag, 15. Juni, findet ab 14.30 Uhr, in der Hemelner Grundschule ein Schulfest statt. Dort können sich Eltern, Familienangehörige der Kinder und Interessierte anschauen, was die Kinder im Mittelalterdorf gefertigt haben.

Ferien im Mittelalter

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Sommerferienangebot im mittelalterlichen Dorf Steinrode. Unter dem Motto „Der Wald als Spielplatz“ werden die Kinder allerhand erleben: Spielen, entdecken, Spielgeräte und Brücken mit einfachsten Mitteln bauen, eine Exkursion zu einem See mit Frühstück am Ufer, eine Sandgrube erobern und am Steinbruch spielen. Gekocht wird über dem offenen Feuer oder im Lehmbackofen. Jeder trägt zum gemeinsamen Leben im Dorf bei, mit Wasser holen, Holz sammeln oder gemeinsam im Kräuter-und Bauerngarten arbeiten. Für Kinder der niedersächsischen Ferien von Montag, 30. Juli, bis Freitag, 3. August, für die Kinder in Hessen von Montag, 25. Juni bis Freitag 29. Juni, täglich von 9 bis 16 Uhr (Bringzeit: 8 Uhr). Die Kosten pro Tag betragen 22, für alle fünf Tage 99 Euro, inklusive Verpflegung, plus Material nach Verbrauch. Anmeldung an: Nelli Lamm, Ulrike Zander-Platner, Förderverein für Umweltbildung und Waldpädagogik an Schulen, Kohlenstraße 101, Hann. Münden. Telefon: 0176/61043829 E-Mail: info@steinrode.de, www.steinrode.de. 

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