Plattdeutsch in der Grundschule

Dialekt-Wettbewerb: Schüler aus Hemeln belegen den ersten Platz

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Ausgezeichnet: Bernhard Peters, Michaela Baake und Willi Pape (hinten von links) freuten sich zusammen mit Ida, Elias, Sabine und Fynn (vorne von links), stellvertretend für alle Kinder der Grundschule Hemeln.

Hemeln. „Schorse" brachte am Montag 300 Euro in die Grundschule nach Hemeln. Schorse ist ein Symbol: Ein kleines, pfiffiges ostfälisches Plattdeutsch-Schaf.

Es steht für den landesweiten Wettbewerb für Niederdeutsch unter dem Motto „Schorse spräket Platt". Die Hemelner Schüler der Plattdeutsch-AG haben in der Altersgruppe der ersten bis vierten Klassen den ersten Platz errungen. Im Mittelpunkt dieses Wettbewerbs steht das ostfälische Platt, das im südöstlichen Teil Niedersachsens gesprochen wird. Die Schulen hatten von Juni bis September Zeit, eigene Projekte zu diesem Thema einzusenden. Die Grundschule Hemeln begeisterte die Jury-Mitglieder mit ihrem Videobeitrag „Unser schönet Hemmeln“.

„Ich bin stolz wie Bolle.“

Michael Heinrich Schormann, Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, überbrachte die Auszeichnung. Zusammen mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde organisiert die Niedersächsische Sparkassenstiftung diesen landesweiten plattdeutschen Wettbewerb seit Jahrzehnten, im nächsten Jahr findet der Wettbewerb wieder statt. Den Veranstaltern ist wichtig, dass die Schüler das ostfälische Platt entdecken und ausprobieren. Unterstützung leisteten dabei nicht nur Lehrerin Michaela Baake, sondern auch die „Plattdeutsch-Unkels“ (Plattdeutsch-Onkel), die Rentner Bernhard Peters und Willi Pape, die seit fast fünf Jahren die Platt-AG in der Schule ehrenamtlich leiten.

Als kommissarischer Schulleiter begrüßte Jens Wilhelm die Kinder, Eltern und Gäste. Und wie es sich zu so einer Veranstaltung gehört, natürlich in Platt.

Vor zwei Jahren hatte er angefangen, ostfälisches Plattdeutsch zu lernen. Das verriet in seiner Rede Andreas Kompart, Berater für die Region und ihre Sprachen im Unterricht an der Landesschulbehörde im Bereich Göttingen, Osterode, Northeim, Goslar.

Platt nimmt Fahrt auf

„Ich bin mächtig stolz, dass aus unserem Landkreis allein sechs Schulen mitgemacht haben und zwei davon so gut waren, dass sie sogar einen Preis bekommen haben“, sagte Kompart. „Langssoam owa düchtich nümmt use Ostfälische Platt weer Foahrt upp (langsam aber sicher nimmt unser Ostfälisches Platt wieder Fahrt auf)“, freute er sich.

„Ich kann kein Plattdeutsch, darum bin ich ein armer Mensch“, stellte Michael Heinrich Schormann in seiner Ansprache fest.

Er war sich sicher, dass dies keine Eintagsfliege, sondern dass die Sprache gewachsen ist. „Eine Sprache lebt nur dann, wenn sie gesprochen wird“, stellte er abschließend fest.

„Ich bin stolz wie Bolle“ sagte Ortsbürgermeister Alfred Urhahn. Er lobte nicht nur das Ergebnis des Wettbewerbs, sondern auch das einstündige Programm mit Gesang, Gedichten und musikalischen Einlagen der Kinder und Lehrer. (zpy)

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