Verabschiedung

Schulleiterin des Hann. Mündener Grotefend Gymnasiums geht in Ruhestand

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Schön bunt ist das Grotefend Gymnasium auf dem Bild, das als Gemeinschaftsarbeit bei einem Schulfest entstand – so, wie Schulleiterin Heidrun Korsch es sich vorstellen könnte. Sie geht nach 20 Jahren Schulleitung in den Ruhestand. 

Bunter sollte das Grotefend Gymnasium (GGM) werden, hatte Heidrun Korsch angekündigt, als sie vor 20 Jahren dort Schulleiterin wurde. Innen hat’s geklappt, für außen „läuft der Antrag“, sagt sie schmunzelnd.

Nicht nur die Farbigkeit, auch das Meiste andere, was sie sich vorgenommen hatte, habe sie umsetzen können, sagt sie. Nun verabschiedet sie sich in den Ruhestand.

Mehr Nähe zu den Schülern aufbauen, war einer der Punkte gewesen, als sie die Leitung des GGM übernahm. Ankämpfen gegen Bildungsnotstand, gegen Lehrermangel. Die Schüler mitentscheiden lassen, sei ihr wichtig gewesen. Im offenen Ganztagsangebot orientiere man sich beispielsweise an den Wünschen der Schüler. Sport sei hier gefragt, aber neuerdings auch wieder das lange verpönte Tanzen.

Das GGM sei wirklich mittendrin in Hann. Münden, es gebe immer „unheimlich viel Hilfsbereitschaft“. Es habe sie immer wieder erstaunt, wie viel geht, wenn man einfach mal fragt, von der Nutzung des Rittersaals für die Abi-Feier bis zu Kooperationen im Ganztagsangebot, von den Schuleingangsgottesdiensten bis zur Mithilfe bei Schulfesten – etwa, als das Krankenhaus für ein Ratespiel Röntgenaufnahmen von Gegenständen machte.

Als schönstes Ereignis nennt sie das Schuljubiläum 100 Jahre nach dem Neustart des Gymnasiums im Jahr 1901. Die Veranstaltung habe gezeigt: Das Gymnasium, ursprünglich sogar schon 1376 gegründet, habe seinen festen Platz in der Stadt und hier eine interessante Entwicklung genommen.

Sie nehme ganz viele positive Begegnungen mit und konstruktives Miteinander. Tatsächlich habe es in all den Jahren nur eine einzige Person gegeben, mit der sie nie zurechtgekommen sei, gibt sie zu. Danke-Postkarten von Schülern zeigten ihr, dass es ihr gelungen sei, etwas Positives zu vermitteln. Einmal im Jahr, beim Abi-Streich, „durften die Schüler mich verklapsen“, sagt sie lachend. Bereitwillig schlüpfte sie alljährlich in neue Kostüme und machte den Spaß mit.

Besonders gefreut hat sie sich, als eine Schülerin, die nach der Flucht aus ihrem Heimatland gerade mal vier Jahre in Deutschland lebte, unter ganz normalen Abiturbedingungen ihr Abi gemacht hat.

„Wechsel nach zwei Jahrzehnten“ titelte die HNA am 4. Februar 1999. Das könnte man jetzt wieder schreiben. So ein Wechsel, sagt Heidrun Korsch, sei dann auch mal ganz gut.

Im neu gewonnenen Ruhestand werde sie endlich „reisen zu Zeiten, wo es günstig ist und das Wetter passt“, ohne auf die Ferien angewiesen zu sein. Sie und ihr Mann, werden ihre E-Bikes fleißig nutzen, aber auch Ehrenamtliches ist langfristig in Sicht. Vielleicht, werde sie beim Forum Wissen in Göttingen mitmachen, für das sie bereits Modell stand: Das Plakat zeigt Heidrun Korsch vor dem GGM mit dem Slogan „Ich will’s wissen. Weil Neues Neugier weckt“. Und im Göttinger Lions-Club sei sie auch Mitglied. Ideen habe sie schon, aber so ein halbes Jahr wolle sie auch einfach gerne mal nichts machen.

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