Dort wo Roter Milan nistet, sind Windräder verboten - Ende August liegen Daten vor

Schutz für die Gabelweihe

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Gewaltige Spannweite: Der Rote Milan, auch Gabelweihe genannt, ist streng geschützt. Windkraftanlagen dürfen in der Nähe seiner Brutplätze nicht errichtet werden.

Staufenberg/Göttingen. Ein Jäger der Lüfte mit majestätischem Flug: Der Rote Milan, auch Gabelweihe genannt, ziehe dieser Tage auch nordwestlich von Landwehrhagen seine Kreise, berichtet HNA-Leser Klaus-Dieter Bauer.

Nach seinen Beobachtungen sind mindestens drei dieser Greifvögel bei Landwehrhagen zu sehen. Von einem alteingesessenen Landwehrhäger erfuhr Bauer, dass der Rote Milan bereits vor 50 Jahren in diesem Gebiet vorhanden war und dort nistete.

Der Rote Milan steht unter Artenschutz, daher sind die Brutplätze wichtig, wenn es um die Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen geht. Genau das will der Landkreis mit der Festlegung von so genannten Vorranggebieten. Dort wo der Greifvogel nistet, darf sich kein Windrad drehen. Wie der Pressesprecher des Landkreises Göttingen, Marcel Riethig, auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilte, kartiere ein Fachbüro im Auftrag des Kreises die Brutplätze. Bis Ende August lägen die Ergebnisse der Verwaltung vor.

Ob das von Klaus-Dieter Bauer erwähnte Gebiet bei Landwehrhagen dazu zähle, konnte der Landkreissprecher nicht sagen, da ihm die Ergebnisse der Kartierung noch nicht bekannt seien. Er schlug dem HNA-Leser aber vor, sich mit der Kreisverwaltung in Verbindung zu setzen. Vielleicht könnten nähere Informationen zu den gesichteten Greifvögeln für das Fachbüro nützlich sein.

Die Brutplätze-Kartierung fließe ein in das Gutachten der Experten, wo Windkraftanlagen im Landkreis errichtet werden können. Einige Ausschlusskriterien seien bereits mit den Städten und Gemeinden abgestimmt worden, so Riethig. Dazu zählten unter anderem besonders schützenswerte Flächen wie Biotope und Flora-Fauna-Habitat-Gebiete

Im September würden dann, wenn die Kartierung der Rotmilan-Brutplätze vorliege, sämtliche Daten ausgewertet und den Kommunen sowie dem Umweltausschuss des Kreistags präsentiert. Die Städte und Gemeinden könnten anhand dieser Daten dann ihre Flächennutzungspläne mit Blick auf empfohlene Windkraftstandorte anpassen. Diese, von den Kommunen beschlossenen Vorranggebiete, würden dann vom Kreis in das Regionale Raumordnungsprogramm übernommen.

Die Investoren, von denen es beispielsweise im Raum Dransfeld welche gibt, hätten dann Klarheit: Sie dürften Windkraftanlagen nur in den Vorranggebieten aufstellen.

In Staufenberg gibt es bereits drei Anlagen bei Uschlag, die Landwirt Franz Eusterholz betreibt. Eine Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien, darunter sind mehrere Gemeinderatsmitglieder, hatte Anfang Juli die Eusterholzschen Windräder besichtigt.

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