Mobilität

Seltene Verkehrsteilnehmer: Schedener Michael Zimmermann fährt Kutsche

Michael Zimmermann gibt der Autofahrerin ein Zeichen, dass sie vorbeifahren kann. Er sitzt auf seiner Kutsche, die von zwei Ponys gezogen wird. Das Bild ist aus Scheden (Samtgemeinde Dransfeld).
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Risikofaktor Fluchttier: Die Ponys sind verkehrserfahren und verhalten sind ruhig. Michael Zimmermann gibt der Autofahrerin ein Zeichen, dass sie vorbeifahren kann. Nicht alle Pferde verhalten sich so.

In Scheden in der Samtgemeinde Dransfeld gehören Pferdekutschen zum gewohnten Straßenbild dazu. Michael Zimmermann mit seinen Classic-Ponys aus eigener Zucht ist oft mit der Kutsche unterwegs. Andere Verkehrsteilnehmer fordert er zu besonderer Rücksicht auf, da die Ponys Fluchttiere sind.

Scheden – Bevor das Auto ein selbstverständliches Fortbewegungsmittel wurde, waren Pferde in Transport und Landwirtschaft unersetzlich. Heute sind Kutschen im Straßenverkehr eine Seltenheit geworden.

Idee für Schedener kam durch die Kinder

In Scheden sind sie häufig zu sehen. Dort fährt Michael Zimmermann mit seinen Deutschen Classic-Ponys aus eigener Zucht. Seit 40 Jahren leben Gerda und Michael Zimmermann in Scheden. Ihre Leidenschaft für Ponys entdeckten die ehemaligen Reiter, als sie für ihre Kinder zwei Ponys kauften. „Sie hatten den Spaß und wir die Arbeit“, erinnert sich Michael Zimmermann zurück. Durch Zufall sei er dann auf das Thema Kutschfahren gestoßen. Er nahm an einem Fahrkurs teil und kaufte sich Geschirr und Kutsche. So hatte die Familie gemeinsam Freude an den Tieren.

Etwa 100 Fohlen kamen in 40 Jahren in Scheden zu Welt

Mittlerweile haben Zimmermanns eine eigene Zucht für Deutsche Classic-Ponys aufgebaut. Etwa 100 Fohlen sind in den vergangenen 40 Jahren auf ihrem Gestüt zur Welt gekommen. Michael Zimmermann und seine Ponys sind auch sportlich aktiv. Als Mitglieder der Kutschergilde Göttingen nehmen sie bei Wettbewerben in den Kategorien Dressur, Gelände und Hindernisfahren teil. Ein- bis Vierspännig, also mit bis zu vier Ponys vor der Kutsche, fährt Michael Zimmermann heute.

In einem Tunnel kann es eng werden: Besser ist es, an die Seite zu fahren, die Kutsche durchfahren zu lassen und dann selbst hindurchzufahren.

Die Ausbildung und das Training ist das Hobby des 69-Jährigen. Dabei ist er oft auf den Straßen und Feldwegen in Scheden zu sehen. Auch die Fohlen aus seiner Zucht sind manchmal dabei, damit sie sich früh an die Geräusche der Kutsche und der Umgebung gewöhnen können.

Verkehrsteilnehmer werden um Rücksicht gebeten

Die anderen Verkehrsteilnehmer bittet Zimmermann dabei um Rücksicht. „Das Pferd ist ein Fluchttier, wenn es etwas bedrohliches wahrnimmt, dann läuft es weg“, erklärt der Kutschfahrer. Ein Autofahrer könne nicht wissen, wie sensibel ein ihm unbekanntes Gespann ist. Wer an einer Kutsche vorbeifährt, dem rät Zimmermann: Langsam fahren, Abstand halten und weit vor der Kutsche wieder einscheren. Hupen oder Beschleunigen könne die Pferde erschrecken. In Scheden sind die Kutschen mit den kleinen Ponys bekannt. Hier habe er kaum schlechte Erfahrungen auf der Straße gemacht.

Einmal sei er mit einem jungen Pferd in der Ausbildung unterwegs gewesen. Als sie in einer Bahnunterführung waren, kamen von hinten zwei Motorräder. „Aber das Pony blieb nervenstark“, erinnert sich Zimmermann. Obwohl sich die Motorradfahrer gefährlich verhalten haben, ging die Situation gut aus. Hätte sich das Pony erschreckt und wäre zur Seite gesprungen, hätte sich Zimmermann verletzen oder die Kutsche in der Unterführung beschädigt werden können. Wäre das Pony losgelaufen, hätten auch Dritte verletzt werden können. Wer am Kutschfahren interessiert ist, dem rät Michael Zimmermann zu einem Fahrkurs und einem Führerschein. (Von Kim Henneking)

Kontakt:

Classic-Pony-Gestüt Schedetal, Gerda und Michael Zimmermann, Quantzstraße 74A, Scheden, Tel.: 05546/ 1229, E-Mail: info@classic-ponys.de

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