Bienenfreundlich und bunt: Die Blühpaten gaben Tipps

So blüht die Stadt auf

Blühpatin Eleonore Dehnerdt stellt Pflanzen vor, die besonders bienenfreundlich sind.

Hann. Münden. Man nehme eine hölzerne Transportpalette, stelle sie hochkant und bepflanze sie mit Blumen: Schon hat man einen Bienenweide, die auch in die schmalste Straße passt.

Wie das aussehen kann, das zeigten Ehrenamtliche  beim Tag des offenen Denkmals am Geschwister-Scholl-Haus - zur Nachahmung empfohlen. 

Hann. Münden  buchstäblich zum Blühen bringen und dabei auch noch Nahrung für Bienen bieten: Ganz viele Akteure kommen hier zusammen, sagen Denkmalpfleger Burkhardt Klapp und seine Kollegin Sabine Momm, die die Aktion unterstützen.  Die Denkmalpflege, die Initiative „Münden blüht“ auf und der Rat der Stadt Münden ziehen hier an einem Strang. 

Der Rat hatte im Juni beschlossen, in Zeiten des Bienensterbens etwas für die Insekten auch mitten in der Stadt zu tun und Hann. Münden zur „Bienen freundlichen Stadt“ zu machen. Die Initiative „Münden blüht auf“ tut das mit ihren ehrenamtlich gepflanzten und gepflegten Blühstellen bereits.

Die Blüh-Aktivisten haben  an einem Stand über die Aktion informiert und gaben Tipps, was jeder vor der eigenen Haustür machen kann, um zum Beispiel Wildbienen das Überleben zu ermöglichen. Vom Verzicht auf Pflanzengifte im heimischen Garten bis hin zum Anpflanzen gezielt Bienen freundlicher Blumenarten, die so gewählt sind, dass zu allen Jahreszeiten etwas blüht, reichte das.

Bienen erwirtschaften in Deutschland jährlich zwei Millionen Euro. Nicht mit ihrer Honigproduktion, sondern mit ihrer Bestäuberleistung. Mit Zahlen wie diesen macht der Bund für Umwelt- und Naturschutz deutlich, wie wichtig diese Insekten sind, und mahnt: Viele Wildbienenarten in Deutschland seien bedroht. Dem will die Stadt Hann. Münden entgegenwirken. Die  Paletten-Pflanzanlagen sind eine Möglichkeit, etwas zu tun.

So genannte "Insektenhotels", die Unterschlupf bieten, sind eine weitere Komponente. Aber Vorsicht: Am Stand war  zu erfahren, dass nicht jedes „Insektenhotel“, das es industriell gefertigt zu kaufen gibt, seinen Zweck erfüllt – im Gegenteil: Manche sind sogar gefährlich für die Insekten. 

 „Generell sollte man einfach einen Blick haben für ungenutzte Flächen unter anderem in der Stadt, die man ganz einfach mit ein wenig Eigeninitiative in bunte Blühflächen verwandeln kann“, sagt Blühpatin Eleonore Dehnerdt. Kurzgeschnittener Rasen sei „am schlechtesten für Bienen, und Wiesen mit bunten Blüten wären sogar pflegeleichter, da sie nur höchstens zwei Mal im Jahr abgemäht werden müssen.“ Die bunte Vielfalt auch unscheinbarer Wildkräuter ist dabei hoch zu schätzen. Zum Beispiel hatte das Ferkelkraut in diesem Sommer der Dürre getrotzt und mit seinen gelben Blüten Insekten Nahrung geboten, als die Gräser längst verdorrt waren. So viel Lebenskraft war Eleonore Dehnerdt sogar ein Gedicht wert.

Interessierte, die "Blühpate" werden wollen, können sich an sie wenden per E-Mail eloquent@t-online.de oder an Pia Dehnhardt, diepia2@icloud.com, sowie an Hartmut Teichmann, teichmann.hartmut@web.de. 

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