Kreis soll Verbindung des Sozialreformers mit NS-Regime prüfen

Sohnrey-Schule stellt ihren Namen in Frage

Hann. Münden. Die Heinrich-Sohnrey-Realschule in Hann. Münden stellt ihren Namenspatron auf den Prüfstand. Anlass ist die öffentliche Debatte um eine Verstrickung des Heimatdichters und Sozialreformers mit dem Nationalsozialismus.

In dem Schreiben der Gesamtkonferenz vom 29. September an Schuldezernent Franz Wucherpfennig heißt es wörtlich: „…als Reaktion auf widersprüchliche Darstellungen der Person Heinrich Sohnreys und seines literarischen Schaffens sehen wir uns gezwungen, Sie zu bitten, die jetzige Namensgebung auch auf Grundlage des Antrags von Herrn Friedhelm Schäfer an die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag und der Empfehlung der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten vom 17. August 2011 zu überprüfen. Falls sich herausstellen sollte, dass die Vorwürfe berechtigt sind, beantragen wir, ein Verfahren zur Namensänderung einzuleiten.“

Der Schulausschuss des Göttinger Kreistags wird sich nach Auskunft von Landrat Reinhard Schermann am 24. November mit dem Antrag befassen.

Der Mündener Bürger Friedhelm Schäfer hatte durch einen Brief an den Landkreis, der auch in der HNA als Leserbrief abgedruckt worden war, die Diskussion angestoßen. Daraufhin bat der Landkreis den Sohnrey-Kenner Dr. Gerd Busse um eine Stellungnahme. Busse empfiehlt ebenso wie die Heinrich-Sohnrey-Gesellschaft dem Kreis, den Namen der Schule beizubehalten. Im Gegensatz dazu schlagen die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten und der Göttinger Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Frank Möbus vor, den Namen abzuerkennen. Nach Auffassung der Stiftung „... sollte eine Schule nicht nach einem Wegbereiter der Blut- und Boden-Bewegung benannt werden, der zudem (egal ob aus Überzeugung oder aus opportunistischen Gründen) ein Treuegelöbnis für den Führer unterzeichnet hat.“ ZUM TAGE, 2. SEITE

Von Helmut Krischmann

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