Neue Pläne

Sparkassen: Münden soll mit Göttingen fusionieren

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Hauptstelle der Sparkasse Münden: Schon im vergangenen Jahr gab es Pläne zur Fusion des Instituts. Sie waren gescheitert.

Die Sparkasse Münden soll mit der Sparkasse Göttingen fusionieren. Die Fusion soll im kommenden Jahr rückwirkend zum Jahreswechsel 2019/20 erfolgen. Dabei soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

„Vielmehr ist eine wesentliche Verstärkung der Vertriebsaktivitäten durch das vorhandene Personal vorgesehen“, heißt es in einer Stellungnahme der beiden Institute. Das gaben beide Sparkassen am Dienstag bekannt.

Eine Entscheidung über das Zusammengehen soll im ersten Halbjahr 2020 fallen. Noch drücken sich die beiden Institute vorsichtig aus: „Die möglichen Vorteile und Chancen eines Zusammenschlusses der Sparkassen in Göttingen und Hann. Münden sollen näher analysiert werden“, hieß es zur aktuellen Entwicklung. Inzwischen gab es erste Gespräche zwischen den Verwaltungsräten. Laut Thomas Scheffler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münden, sind die Gespräche auf politischer Ebene positiv verlaufen. Er sei daher optimistisch, dass die Fusion diesmal funktioniere.

„Die Sparkasse Göttingen ist ein starker Partner mit großen Wachstumschancen“, erklärte Scheffler. Mitarbeiter und Personalräte beider Häuser seien bereits in Gesprächen.

Damit wird nun ein neuer Anlauf gestartet, die vergleichsweise kleine Sparkasse Münden mit einem starken Partner zusammenzubringen. Im vergangenen Jahr war eine Fusion mit drei anderen Instituten im Südharz – Sparkasse Osterode am Harz, Sparkasse Duderstadt und Stadtsparkasse Bad Sachsa – gescheitert.

Die Gründe, die zu den aktuellen Überlegungen führen, sind nicht überraschend: Digitalisierung, aufsichtsrechtliche Anforderungen und anhaltende Niedrigzinsen würden alle Institute zwingen, über Anpassungen ihrer Geschäftsmodelle nachzudenken. Dies treffe kleine Sparkassen ganz besonders und erschwere deren Geschäftsmodell. Um im Wettbewerb zu bestehen und diesen aktiv gestalten zu können, sei eine ausreichende Betriebsgröße von entscheidender Bedeutung.

Fragen und Antworten zur geplanten Sparkassen-Fusion

Die Sparkassen Hann. Münden und Göttingen wollen zusammengehen – dazu Fragen und Antworten.

Warum war der erste Anlauf mit drei anderen Partnern im Raum Südharz/Duderstadt gescheitert?

Am Nein des Duderstädter Stadtrates zu den Fusionsplänen. Damit musste der Mündener Rat gar nicht mehr über das Thema abstimmen. Es war damit vom Tisch.

Was sprach aus Mündener Sicht gegen die ersten Fusionspläne?

Insbesondere die Folgen für viele der Mitarbeiter: Sie hätten zum Teil weitere Wege vermutlich bis nach Herzberg auf sich nehmen müssen. Auch bei der Verteilung der zentralen Aufgaben war Münden schlecht weggekommen.

Was ist an den neuen Fusionsplänen von Göttingen und Münden besser?

Schon vor einem Jahr hatten Mitarbeiter der Sparkasse Münden unter der Hand deutlich gemacht, dass sie sich eine Fusion mit der Göttinger Sparkasse durchaus vorstellen können. Denn auch andere Berufstätige pendeln täglich von Hann. Münden in das Oberzentrum nach Göttingen.

Gibt es weitere Vorteile?

Ja, die Sparkasse Göttingen hat im Frühjahr ihr neues Forum an der Kreuzung Groner Tor/Berliner Straße bezogen.

Repräsentatives Gebäude: Das „Sparkassen Forum“ an der Kreuzung Groner Tor/Berliner Straße wurde in diesem Jahr bezogen.

Es ist für Pendler auch ohne Auto gut erreichbar, da der Bahnhof in unmittelbarer Nähe zu finden ist. Außerdem gibt es am neuen Standort Tiefgaragen-Parkplätze für die Mitarbeiter.

Welche Folgen dürfte die Fusion für Mündener Sparkassenkunden haben?

Normalerweise bleiben bei einer Fusion die Konto-Nummern (IBAN) des größeren Institutes erhalten. Die Mündener Sparkassen-Kunden müssen sich deshalb bei der technischen Fusion, die mit einem gewissen zeitlichen Abstand folgt, vermutlich auf neue Kontonummern einstellen. Das Alltagsgeschäft aber dürfte wie bisher weiterlaufen.

Hintergrund: Sparkasse Göttingen ist fast zehnmal so groß

Die Sparkasse Göttingen ist mit einer Bilanzsumme von fast 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr fast zehnmal so groß wie die Sparkasse Münden, die 2018 eine Bilanzsumme von 425,05 Millionen Euro auswies. Auch bei der Zahl der Mitarbeiter werden die Unterschiede deutlich: 125 Mitarbeiter bei der Sparkasse Münden mit sieben Geschäftsstellen stehen mehr als 600 bei dem Institut in Göttingen mit aktuell 28 Geschäftsstellen gegenüber.

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