Wieland spricht Thema im Verwaltungsrat der Sparkasse Göttingen an

SPD: Dispozins muss auf den Prüfstand

Landkreis Göttingen. Hohe Zinsen für Dispositionskredite, kurz Dispozinsen genannt, führen zu Diskussionen. Jörg Wieland, Chef der SPD-Kreistagsfraktion will im Verwaltungsrat der Sparkasse Göttingen das Thema auf die Tagesordnung setzen. Wieland: „Mein Ziel ist, dass der Zins gesenkt wird.“

Der SPD-Unterbezirk habe ihn als Verwaltungsratsmitglied damit beauftragt.

Wie berichtet, hat die Stiftung Warentest die Konditionen von 1538 Banken und Sparkassen in Deutschland verglichen. Der durchschnittliche Dispozins betrug 11,31 Prozent. Die Stiftung hält Zinsen von deutlich unter zehn Prozent für angebracht.

Die Sparkasse Göttingen verlangt für jeden Tag der Kreditüberziehung einen Zins von 9,50 bis 13,50 Prozent. Die 13,50 Prozent gelten für ein Standard-Girokonto, bei einer „intensiveren Nutzung des Kontos“ verlange die Sparkasse Göttingen 9,50 Prozent, erläutert Pressesprecher Michael Rappe. Bei diesem Modell fallen monatlich zwölf Euro Kontoführungsgebühr an.

„Über die Fragen können wir im Verwaltungsrat diskutieren“, meinte Rappe zur Ankündigung Wielands. Kritikern hält der Sprecher der Sparkasse Göttingen entgegen, dass es sich bei dem Dispokredit um einen ungesicherten und damit für die Sparkasse teuren Kredit handele. Dieses Argument nennt auch Peter Mühlhaus, Marketingleiter der Volksbank Göttingen. „Wir gehen finanziell in Vorleistung.“ Ein Dispokredit sei nur für den Notfall gedacht, er rate Kunden zu einem Ratenkredit, bei dem die Zinsen geringer sind.

Wenn ein längeres Überziehen des Kredits absehbar sei, sollten die Sparkassen und Banken dem Kunden einen Ratenkredit anbieten, meint Angelika Jackwerth, Fachanwältin für Banken- und Kapitalmarktrecht in Göttingen. Den Dispozins, den die Kreditinstitute bundesweit im Durchschnitt nehmen, hält die Juristin für „deutlich zu hoch“. Jackwerth: „Da werden die falschen Leute abgeschöpft“.(kri)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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