Verabschiedung per Video

Sprengel Hildesheim-Göttingen: Regionalbischof Eckhard Gorka geht in den Ruhestand

Regionalbischof Eckhard Gorka, Sprengel Hildesheim-Göttingen
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Ein letztes Mal: Regionalbischof Eckhard Gorka kommt noch ein Mal in den Kirchenkreis, um die neue Pastorin in Gimte zu ordinieren.

„Mein Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen“, sagt Eckhard Gorka, Regionalbischof des Sprengels Hildesheim-Göttingen, der sich Ende des Monats in den Ruhestand verabschiedet.

Landkreis Göttingen – Sein Abschiedsbesuch im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Münden hatte bereits vor ein paar Wochen stattgefunden – aufgrund des Lockdowns nicht persönlich, sondern als Videokonferenz. Am heutigen Samstag, 6. Februar, kommt der 65-Jährige noch einmal persönlich in den Kirchenkreis Münden, um Pastorin Ann-Kathrin Wehling in Gimte zu ordinieren. Dann setzt er sich still und leise zur Ruhe – vorerst, denn einen festlichen Abschiedsgottesdienst soll es trotzdem noch geben. Dieser wird coronabedingt in den Sommer verschoben und dann mit der Einführung seiner Nachfolgerin, Dr. Adelheid Ruck-Schröder zusammengelegt.

Superintendent Thomas Hennig verabschiedete Gorka mit den Worten: „Ich hätte zu keinem Zeitpunkt mit Ihnen tauschen wollen“. Er charakterisiert Gorka als jemanden, der sein Amt, den Glauben zu fördern, nie aus dem Blick verloren habe. Laut Gorka zeugen Hennigs Worte von großem Respekt ihm und seiner Arbeit gegenüber. Als 2007 zu dem Sprengel Hildesheim noch Göttingen hinzukam, entstand ein großes Gebilde, das laut Gorka eine Menge Arbeit mache, für die er viel unterwegs sein musste.

„Die Sehnsucht nach Begegnung ist groß“

Kirche und Gottesdienste haben gerade in diesen Zeiten einen besonderen Stellenwert, weiß Gorka. „Die Sehnsucht nach Begegnung ist groß“, sagt er und bezieht sich dabei nicht nur auf die Gottesdienste, sondern auf das gesamte gesellschaftliche Leben. Viele Menschen verzichten auf den Besuch in der Kirche, um sich und andere vor dem Virus zu schützen, sagt der 65-Jährige. Damit diese trotzdem am Geschehen teilhaben können, gibt es einige Alternativangebote – auch um die jüngeren Generationen anzusprechen. So nehme eine sechs- bis siebenstellige Zahl an Menschen an Fernseh- und Rundfunkgottesdiensten teil, so Gorka.

Seine Prognose lautet: Auch nach Corona wird vieles digital bleiben. Entgegen seiner Erwartungen seien auch viele ältere Menschen digital dabei. „Die jungen Leute, etwa Kinder oder Enkel, richten alles ein, sodass die Senioren dann mit nur einem Klick an den Gottesdiensten teilnehmen können“, erzählt Gorka. Er selbst ist auch digital unterwegs und hält Andachten auf Youtube ab, zu finden unter „FernNah Michaelis“. Trotzdem will er bald wieder „das Leben feiern, in der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen“, wie er sagt.

Zum Leben von Eckhard Gorka

Der 65-Jährige ist dreifacher Vater und Großvater. Er ist mit der Landesposaunenpastorin Marianne Gorka verheiratet. Am 25. Mai 1955 wurde Eckhard Gorka in Braunschweig geboren. Nach seinem Abitur in Hannover studierte er an den Universitäten Göttingen und München Evangelische Theologie und Zeitungswissenschaften. 1981 absolvierte er sein Vikariat in Jork im Alten Land, wo er später auch seine erste Gemeindepfarrstelle antrat. 1988 wurde er Pressesprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und 1993 Superintendent des Kirchenkreises Soltau. Seit 2000 war er Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim und bekleidete das Amt nach der Fusion zum Sprengel Hildesheim-Göttingen weiter. Seit 2011 ist er als Vertreter des Bischofsrates Mitglied des Kirchensenats der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Außerdem ist Gorka seit 2002 ehrenamtlich als Abt des Klosters Amelungsborn im Kreis Holzminden tätig. Dieser Tätigkeit will der 65-Jährige auch weiterhin nachgehen.

Sein Abschiedsgeschenk hat Gorka bereits virtuell bekommen: Einen Wochenend-Aufenthalt im Kloster Bursfelde. Darüber freue er sich sehr. „Man kann dort zu sich und zu Gott finden, es ist die Quelle für geistliches Leben“, sagt er. Der Abschiedsgottesdienst wird voraussichtlich am Samstag, 17. Juli, ab 14 Uhr in der Hildesheimer Michaeliskirche stattfinden. (Lea-Sophie Mollus)

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