Heimatpfleger mit Nazi-Vergangenheit - Münden entzieht Brethauer Ehrenring

+
Karl Brethauer

Hann. Münden. Dr. Karl Brethauer wurde der Ehrenring der Stadt Münden posthum entzogen. Das beschloss der Stadtrat von Hann. Münden in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Grund ist die kürzlich bekannt gewordene Nazivergangenheit des einstigen Heimatpflegers.

Lesen Sie auch:

-Alle Mündener Fraktionen für Aberkennung des Ehrenrings

-Ex-Stadtdirektor fordert Rat auf, Brethauer Ehrenring abzuerkennen

-Mündener Ex-Heimatpfleger Brethauer organisierte Raubzüge der Nazis mit

Der interfraktionelle Antrag zur Aberkennung der Auszeichnung wurde von Isolde Salisbury, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, im Rat verlesen. Sie sprach von „menschenverachtender und rassistischer Einstellung“ Brethauers. Es sei schockierend, dass Brethauer sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Hann. Münden durch seinen Einsatz für die Heimatforschung und als Ratsmitglied einen Namen machen und über Jahre als Gymnasiallehrer Geschichtsunterricht erteilen konnte.

Brethauer im Regiowiki

Nicht zuletzt um den Opfer des NS-Regimes willen sei durch die Rücknahme der Auszeichnung für Brethauer ein deutliches Zeichen zu setzen, heißt es in dem Antrag. Deutlich wurde auch Bürgermeister Klaus Burhenne. Brethauer sei „nachweislich ein Naziverbrecher“ gewesen, „solche Leute wollen wir nicht ehren“.

Die HNA hatte berichtet, dass der 1992 verstorbene Heimatforscher und Heimatpfleger für die Nationalsozialisten Kunst und Kulturgüter geraubt hatte. Brethauer war von 1940-1945 im Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) in leitender Position direkt unter Rosenberg für die Katalogisierung großer Mengen geraubten Kulturguts aus Frankreich und Osteuropa verantwortlich. (awe)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.