Gesellschaftsausschuss spricht sich für Erhalt aus: 

Stadtbücherei Hann. Münden soll von der Streichliste

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Lesestoff für jedes Alter: Die Stadtbücherei Hann. Münden. 

Hann. Münden. Die Stadtbücherei Hann. Münden, seit Jahren auf der Spar- un Streichliste des Haushaltssicherungskonzeptes, soll von dieser Liste herunter genommen werden. Dafür hat sich der Gesellschaftsausschuss der Stadt in seiner Sitzung am Mittwoch mit fünf Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen ausgesprochen.

Wird sie aus der Liste gelöscht, wäre die bisher in letzter Konsequenz drohende Schließung abgewendet. Das letzte Wort dazu hat der Rat, der laut Sitzungskalender am Donnerstag, 27. September, das nächste Mal tagt.

Sparen kann man an der Bücherei nicht weiter, ohne sie in ihrer Existenz zu gefährden, hatte Städtischer Rechtsdirektor Volker Ludwig eingangs erklärt. Der Arbeitskreis Stadtbücherei hat aber Möglichkeiten aufgezeigt, die Einnahmesituation zu verbessern. Dazu gehört die Gründung eines Fördervereins. Dr. Manuela Gantzer, BFMÜ, kündigte an, dafür in Kürze zu einer konstituierenden Sitzung aufrufen zu wollen. Sie stellte den Antrag, die Bücherei aus dem Haushaltssicherungskonzept herauszunehmen.

Markus Jerrentrup, CDU, hatte die grundsätzliche Frage gestellt, ob eine Stadtbücherei zur „Daseinsvorsorge“ gehöre. Diese Frage beantwortete eine ganze Reihe von Ausschussmitgliedern mit einem eindeutigen Ja, sie bezogen sich auf den Bildungsauftrag, denn die Kommune habe.

Bisher steht im Haushaltssicherungskonzept, der sogenannten Giftliste oder Streichliste über die Stadtbücherei: „Ohne Neukonzeption bis zum 30.6.2018, die den Zuschussbedarf reduziert, wird die Einrichtung 2019 geschlossen. Hervorzuheben ist hierbei die Suche nach einem neuen Standort, eine andere Kostenstruktur und die Prüfung der Zusammenlegung mit Büchereien Mündener Schulen.“ 

In der Sitzung im Juni hatte es einen Aufschub gegeben, der Arbeitskreis Stadtbücherei wurde eingesetzt, der sich mit allen hier genannten Punkten eingehend befasste und die Herausnahme der Bücherei aus dem Haushaltssicherungskonzept empfahl. Seine Ergebnisse und Bewertungen hat er in einem Zukunftspapier zusammengefasst, das auf der Webseite der Stadt Hann. Münden (Sitzungskalender, Anlagen zum Gesellschaftsausschuss) öffentlich einsehbar ist. 

Die darin abgebildete Kostenstruktur zeigt, dass über die Hälfte der im Haushalt veranschlagten Summe sich aus „internen Leistungsbeziehungen“ zusammensetzt, also Verwaltungskosten, die nicht direkt in der Bücherei entstehen, aber über einen Schlüssel auch auf die Bücherei umgelegt werden. Da als Berechnungsgrundlage die Quadratmeterzahl verwendet wird, schneidet die Bücherei in der Rechnung schlecht ab, ohne indes in der Lage zu sein, diese Kosten sparen zu können. Im Wesentlichen sei es also ein „Darstellungsproblem“, über das seit Jahren diskutiert werde, sagte Dirk Wedekind, SPD, im Gesellschaftsausschuss. Das müsse man ändern. 

Der heutige Standort der Bücherei im Welfenschloss mit Bushaltestelle und dem Partner Mehrgenerationenhaus in der direkten Nachbarschaft sei „gut bis ideal“, heißt es in dem Papier weiter. Allerdings, ergänzte Ausschussvorsitzende Gudrun Surup, solle an einer besseren Außendarstellung gearbeitet werden – was bei einer Beschilderung anfängt. Dafür, unter anderem, träte dann der Förderverein auf den Plan: Er könnte Geld zusammentragen, um etwa auch den Modernisierungsstau in der Bücherei zu beseitigen. Büchereien seien auch Bildungseinrichtungen, betont der Arbeitskreis, Treffpunkte und Orte außerschulischen Lernens. Eine Bücherei biete die Möglichkeit, sich unabhängig Wissen anzueignen – anders als beim Suchen im Internet, bei dem dem Nutzer immer wieder ähnliche Inhalte präsentiert werden.

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