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Stadtwald und Realgemeinde Dransfeld ab Mai 2022 Mitglied in Genossenschaft

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Von: Michael Caspar

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Revierförsterin Maria Spletter (links), Peter Sebesse und Jörg Brandt in Dransfeld
Im Amt bestätigt: Peter Sebesse (Mitte) und Jörg Brandt mit Revierförsterin Maria Spletter. © Michael Caspar

Stadtwald und Realgemeinde Dransfeld sollen Mitglied der neuen Forstbetriebsgemeinschaft werden, die im Mai gegründet wird. Einen entsprechenden Beschluss fasste der fünfköpfige Forstrat Dransfeld einstimmig bei seiner Sitzung am 16.03.2022.

„Die Genossenschaft soll sich um die Vermarktung des Holzes kümmern und beim Land Fördergelder beantragen“, erläuterte der Vorsitzende des Forstrats, Jörg Brandt. Bisher haben die Landesforsten diese Aufgabe erfüllt. Gegen diese – auch in anderen Bundesländern übliche – Praxis haben private Förster und kleine Sägewerke in Brüssel geklagt. Ihr Vorwurf: Die Landesforsten verschafften sich dadurch, dass sie Fördergelder für ihre Kunden einwerben könnten, einen Wettbewerbsvorteil. In Dransfeld wird sich Försterin Maria Spletter, eine Mitarbeiterin der Niedersächsischen Landesforsten, weiterhin um die 580 Hektar Stadtwald und die 20 Hektar Realgemeinde-Wald kümmern. Sie wird der zu gründenden Forstgemeinschaft zuarbeiten. Die Fördergelder für Flächen, auf denen Stammholz eingeschlagen wird, fließen künftig nicht mehr an die Landesforsten, sondern direkt an die Waldbesitzer.

„Wir könnten das Holz auch selbst vermarkten, wären aber bei Kunden aufgrund unserer vergleichsweise kleinen Holzmengen nicht so interessant, als wenn wir uns mit anderen Waldeigentümern zusammentun“, erklärte Sven Müller, der im Forstrat die Realgemeinde vertritt.

Der Forstrat beschloss seinen Haushaltsentwurf für die Jahre 2022/23. Er wird mit Einnahmen und Ausgaben jeweils in Höhe von 130 000 Euro voraussichtlich ausgeglichen sein. „Die Kosten für Diesel und für Jungbäume steigen, aber auch die Holzpreise ziehen an“, sagte dazu der Vorsitzende Brandt.

2018 hat der Forstrat einen Gewinn von 29 500 Euro erzielt. 2019 waren es 12 000 Euro, 2020 machte er ein Defizit von 12 000 Euro. 2021 wird es wahrscheinlich ein Gewinn von 38 000 Euro sein. Gewinne wie Verluste teilen sich Stadt und Realgemeinde je zur Hälfte. Nicht einverstanden ist der Forstrat mit der geplanten Ausweisung eines Sondergebiets auf dem Hohen Hagen, wo ein Seilrutschenpark entstehen soll. „Damit würden wir auf dem 20 Hektar großen Areal unsere Mitspracherechte verlieren“, erklärte Brandt Ortsbürgermeister Jan-Thomas Geyer (CDU).

Wenn in zehn Jahren der Bebauungsplan erneut geändert würde, hätte der Forstrat keine Einflussmöglichkeiten mehr. Halte die Stadt am Sondergebiet fest, stoppe ihr Rat das Projekt mit seinem Vetorecht, warnte Brandt. Geyer versprach, dem Forstrat die Möglichkeit zu geben, seine Position im Rat der Gemeinde vorzutragen.

Das Gremium bestätigte zudem den Vorsitzenden und seinen Stellvertreter, Peter Sebesse, für weitere fünf Jahre im Amt.

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