Vetretung für Mitarbeiter

Stationäres Hospiz in Hann. Münden bekommt Betriebsrat

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Sie sind für die Belange der Mitarbeiter im Hospiz da: Richard Köhler (Vorsitzender), Silke Zappek und Fatma Sadik-Malak bilden den Betriebsrat.

Richard Köhler (Sozialpädagoge, Vorsitzender), Silke Zappek und Fatma Sadik-Malak (Betriebsratsmitglieder, Pflegefachkräfte) bilden den frisch gegründeten Betriebsrat der Belegschaft im Stationären Hospiz in Hann. Münden.

In bester AWO-Tradition wollen sie sich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen und die Arbeitnehmerrechte des Mitarbeiterteams vertreten, über den Gesamtbetriebsrat mit der Einrichtung in Bad Münder auch im Konzernbetriebsrat.

Seit das Hospiz in Hann. Münden, eine Einrichtung der Gesundheitsdienste Betreuung gGmbH der Arbeiterwohlfahrt (AWO), seine Arbeit aufgenommen hat, haben sich die Rahmenbedingungen verändert: Das Palliativgesetz, seit 2015 in Kraft, hatte zum Beispiel die Finanzierung von 90 Prozent auf 95 Prozent erhöht, die restlichen fünf Prozent muss das Hopspiz nach wie vor aus eigener Kraft – über Spenden – aufbringen.

Bei den Beschäftigten sollen Verbesserungen wie diese ebenfalls ankommen, so der Betriebsrat. „Wir haben hier angefangen mit der Option, dass es einmal einen Tarifvertrag geben wird“, sagt Betriebsratsvorsitzender Köhler. Bisher gebe es aber keinen. Die im Vergleich zu Arbeitsverhältnissen im Krankenhaus schlechteren finanziellen Bedingungen habe man eingangs in Kauf genommen mit dem Ausblick, dass sich langfristig etwas daran ändern werde. Das wolle man nun mit der Geschäftsleitung angehen. Die habe bereits eine gute Zusammenarbeit angeboten.

Die Belegschaft sei „ein tolles Team“, sagen alle drei und betonen: „Wir arbeiten sehr gerne hier“. Anfangs sei nicht abzusehen gewesen, wie sich die Akzeptanz des Hospizes in der Öffentlichkeit entwickeln würde, beschreibt es Zappek. Heute sei ein Platz im Hospiz ein hohes Gut. Sie und ihre Kolleginnen erführen sehr viel Wertschätzung für ihre Arbeit. Doch um die Klassenfahrt der Kinder bezahlen zu können brauche man leider auch Euros, bringt es Zappek auf den Punkt. Wie in anderen empathischen Berufen auch sehen die Betriebsratsmitglieder ein Ungleichgewicht zwischen der Wertigkeit der Arbeit und deren Entlohnung.

Der Personalschlüssel sei gut, es sei wunderschön, als Pflegekraft „nur“ vier Gäste betreuen zu müssen, skizziert es Zappek, aber die Mehr-Zeit brauche man in der besonderen Situation im Hospiz auch, das sei medizinisch begründet, da gebe es nicht nur die menschliche Komponente.

Die Aufgaben seien immens vielfältig: Wundversorgung, internistische, soziale und spirituelle Betreuung zählt sie auf, „ein breites Spektrum mit vielen Unbekannten, das ist anspruchsvoller als eine OP-Tätigkeit“ und erfordere große Flexibilität. Silke Zappek hat vor ihrer Arbeit im Hospiz als Operationsschwester gearbeitet.

Die Pflegefachkräfte kümmern sich im Hospiz auch ums Essen, um den hauswirtschaftlichen Bereich bis hin zur Reinigung im Notfall, vor allem nachts, setzt Fatma Sadik-Malak die Aufzählung fort. Personell voll besetzt sei das Hospiz erst seit kurzem. Bis dahin, so Sadik-Malak, sei kein Monat vergangen, in dem sie nicht mindestens einmal einspringen musste. Eine „Einspringprämie“, anderswo üblich, wenn man aus der Freizeit spontan zurück an den Arbeitsplatz kommt, gibt es im Hospiz jedoch nicht.

„Wir haben hier einen hochqualifizierten Beruf“, fährt Zappek fort, „der sollte eigentlich die Möglichkeit bieten, eine Familie davon ernähren zu können.“ Die Palliativ-Care-Ausbildung sei nicht mehr oder weniger Wert, als in einem OP zu arbeiten, es sei nur eine andere Säule der medizinischen Arbeit. 

Gäste des Flux biohotels Werratal haben jetzt eine ganz einfache Möglichkeit bekommen, nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern auch das Hospiz zu unterstützen.

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