Neues Leben für altes Fahrzeug

Berliner baute Feuerwehrwagen aus Staufenberg zum Camper um

Camping im alten Feuerwehrwagen: Merlin Julian Wiechers sitzt auf dem Dach des Wagens am Useriner See an der Mecklenburgischen Seenplatte. Der rote Wagen war einmal bei der Ortsfeuerwehr Spiekershausen im Einsatz.
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Camping im alten Feuerwehrwagen: Merlin Julian Wiechers sitzt auf dem Dach des Wagens am Useriner See an der Mecklenburgischen Seenplatte. Der rote Wagen war einmal bei der Ortsfeuerwehr Spiekershausen im Einsatz.

Von Staufenberg an die Nordsee und dann nach Berlin: Ein Feuerwehrfahrzeug der Wehr Spiekershausen hat ein zweites Leben als Campingmobil bekommen. Ein Mann aus Berlin berichtet.

Staufenberg/Berlin – Ein Kommentar auf der Internet-Plattform Instagram stellte den Kontakt her. „Liebe Ortsfeuerwehr Spiekershausen, wie es aussieht, haben wir euer altes Löschfahrzeug gekauft“, schrieb ein Nutzer mit dem Namen derberlincamper. Bei der Person hinter dem Nutzernamen handelt es sich um Merlin Julian Wiechers aus Berlin und bei dem besagten Fahrzeug um ein altes Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr, dass vor etwa vier Jahren verkauft wurde.

Zum Campingmobil umgebaut

Wiechers, der selbst zehn Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr in Berlin-Kladow im Bezirk Spandau tätig war, hat das Fahrzeug aber nicht von der Wehr selbst, sondern vor zwei Jahren von einem Mann, der in Niedersachsen in der Nähe der Nordsee wohnt, gekauft. „Mittlerweile habe ich die alte Feuerwehr auch weiterverkauft“, verrät er in einer Videokonferenz. Der Vorbesitzer sei mit dem Wagen immer schon auf Festivals gefahren, berichtet Wiechers. So habe es schon einige Umbauarbeiten gegeben: „Das Schlauchkarussell war zu einem Grill umgebaut“, berichtet der 23-Jährige.

Doch wie ist er überhaupt auf den alten Daimler-Benz 408 aus dem Jahr 1974 aufmerksam geworden? „Ich habe ein großes Auto gesucht, weil ich zwei Meter groß bin“, berichtet er. Vorher besaß er einen kleineren Transporter. Dieser war ihm aber etwas zu klein und nicht geräumig genug. Außerdem interessierte er sich für die Technik des alten Autos. Zudem ist er an Feuerwehrfahrzeugen interessiert. „Ich wollte eigentlich eine Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann machen, aber durch meine Körpergröße war ich nicht geeignet“. Darum habe er eine Ausbildung zum Polizisten angefangen. „Dort kann ich auch große Autos fahren“, sagt er. „Ich wollte auch unbedingt das H-Kennzeichen behalten“, fügt er hinzu. Damit ist das Oldtimer-Kennzeichen gemeint. An dem Wagen selbst habe er nicht viel verändert. Ein Bett hat er natürlich eingebaut, sonst wäre das Camping arg unbequem.

Zwar weiterverkauft, aber Erinnerungen bleiben

Der Tag, an dem er das Auto nach Berlin überführte, wird Merlin Wiechers noch lange in Erinnerungen bleiben. „Der Daimler hatte nicht die beste Beschleunigung, ich war mit maximal 80 km/h etwa zehn Stunden unterwegs.“ Aber das Fahrgefühl habe ihm gefallen, „es war schön, mal so ein Schiff zu bewegen“, sagt er. Ein Manko war der Verbrauch, dieser betrug etwa 20 Liter auf 100 Kilometern, was schnell ins Geld ging. Auch ein Grund, das Fahrzeug wieder zu verkaufen. Es bleiben aber schöne Erinnerungen an ausgedehnte Campingtouren auf der Mecklenburger Seenplatte und in der Uckermark. Einmal, so berichtet er, sei ihm auf dem Rückweg aus Mecklenburg-Vorpommern nahezu der Sprit ausgegangen. Mit letzter Kraft und rollend schaffte er es gerade noch zu einer Tankstelle.

Feuerwehr Staufenberg stellte Kontakt her

Obwohl er nicht mehr Halter des Daimler-Benz 408 ist, möchte er die Erinnerungen an die Zeit mit vielen Menschen teilen. Daher auch das Profil auf Instagram. „Ich will aber kein Influencer sein“, stellt er klar. „Ich will einfach nur meine Campingerlebnisse zeigen.“ Über Instagram sei er auf das Profil der Freiwilligen Feuerwehr Staufenberg aufmerksam geworden und kommentierte den Beitrag der Ortsfeuer Spiekershausen. Dadurch ist der Kontakt mit Philipp Vogeley, dem Pressesprecher der Staufenberger Wehren, zustande gekommen. Dieser wiederum informierte unsere Zeitung und schaltete die Videokonferenz. Von Spiekershausen im Landkreis Göttingen ins ferne Berlin. (Jens Döll)

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