1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden

Bewohner der Mündener Straße in Uschlag wehren sich gegen Lärm

Erstellt:

Von: Jens Döll

Kommentare

Anwohner der Mündener Straße: Dieter Eggers (von links), Ulrike Fromm, Hartmut Ahlers haben Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel: Tempo 30 auf der Durchfahrtsstraße.
Anwohner der Mündener Straße: Dieter Eggers (von links), Ulrike Fromm, Hartmut Ahlers haben Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel: Tempo 30 auf der Durchfahrtsstraße. © Jens Döll

Lärm und schwere Fahrzeuge in Uschlag. Das belastet die Bewohner der Mündener Straße. Ihre Idee: Tempo 30. Doch die Kompetenzen für die Straße stellen ein Hindernis dar.

Uschlag – Lkw steht an Lkw, die Ortsdurchfahrt von Uschlag aus Richtung Benterode kommenden ist komplett verstopft. Keine alltägliche Szene, die Ulrike Fromm auf ihr Handy gebannt hat. Es zeigt einen Tag, an dem die A 7 nach einem Unfall gesperrt wurde.

Staufenberg: Lärm an Mündener Straße in Uschlag

„Zwölf Stunden hatten wir an diesem Tag Rushhour“, sagt Dieter Eggers, ebenfalls, wie Ulrike Fromm, ein Anwohner der Mündener Straße in dem Staufenberger Gemeindeteil Uschlag. Zusammen mit Hartmut Ahlers sitzen sie zusammen und berichten von der Lärmbelastung, die die Straße für sie ist. Trotz der Schilder, die Fahrzeugen ab 7,5 Tonnen die Fahrt in Richtung Benterode verbieten, rollen schwere Maschinen durch das Wohngebiet. „Beim letzten Mal zeigte sich die Polizei überfordert, das durchzusetzen“, berichtet Dieter Eggers. Auch an normalen Tagen, ohne Autobahnsperrung, rauschen die Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit an den Wohnhäusern vorbei.

Stau in Uschlag: Das Bild wurde aufgenommen, als die A7 gesperrt war.
Stau in Uschlag: Das Bild wurde aufgenommen, als die A7 gesperrt war. © Dieter Eggers

„Sie beschleunigen ab der Kirche ortsauswärts und kommen mit etwa 60 oder 70 km/h in den Ort gefahren“, berichtet Hartmut Ahlers, der seit den 1980er-Jahren in Uschlag wohnt. Was sie sich wünschen? Dass die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt wird. „Mindestens für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen“. Bei diesem Vorhaben gibt es allerdings ein Problem: Bei der Straße handelt es sich um eine Landesstraße, die L 533. Die Verantwortung für die Beschilderung liegt bei der Verkehrsbehörde des Landkreises Göttingen. Diese müsste dann eine Anordnung an die Niedersächsische Landesbehörde geben, heißt es vonseiten der Landesbehörde.

Landkreis für die Straße zuständig Gemeinde Staufenberg kann nichts machen

Der Gemeindeverwaltung in Landwehrhagen sind somit die Hände gebunden. Um zu zeigen, dass sie mit ihrem Anliegen nicht alleine sind, haben die Anwohner Unterschriften in der Mündener Straße gesammelt. 36 konnten sie zusammenbringen. „Wir haben offene Türen eingerannt“, berichtet Ulrike Fromm. Bereits vor Corona, im Jahr 2019, hätten sie sich an die Gemeindeverwaltung gewandt, allerdings einzeln, jeder für sich. Trotz Zusagen sei nichts passiert. Zwar werde die geplante Sanierung der Straße in Benterode den Verkehr erst einmal ausbremsen. „Aber was ist danach?“, fragt Ulrike Fromm.

Mit der Unterschriftenaktion und ihren Forderungen haben sich die drei nun wieder an die Gemeinde Staufenberg gewandt. Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt, Verkehr und Feuerwehr stand das Anliegen aus Uschlag auf der Tagesordnung. Dieter Eggers und Hartmut Ahlers legten den Vertretern des Rates und der Verwaltung die Problematik dar. Der Ausschuss stimmte einstimmig dafür, zu versuchen, Einfluss auf den Landkreis geltend zu machen. „Wie viel Einfluss hat die Gemeinde auf die Landesstraßen, das ist die Frage aller Fragen“, hieß es von Bürgermeister Bernd Grebenstein. Er sehe das Anliegen der Einwohner als Bitte, der die Verwaltung nachkommen sollte. „Wir müssen das sensibel bei der zuständigen Behörde vortragen“, so der Bürgermeister in der Sitzung weiter. Eine Idee sei es, den Landrat Marcel Riethig (SPD) mit ins Boot zu holen. (Jens Döll)

Auch interessant

Kommentare