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Staufenberg: App Digitale Dörfer soll in Gemeinde eingeführt werden

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Von: Jens Döll

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Staufenberg wird Teil von „Digitale Dörfer“. Zu den Angeboten gehört der „Dorffunk“ über den die Einwohner einer Gemeinde kommunizieren können. Nutzer müssen sich unter dem Klarnamen registrieren.
Staufenberg wird Teil von „Digitale Dörfer“. Zu den Angeboten gehört der „Dorffunk“ über den die Einwohner einer Gemeinde kommunizieren können. Nutzer müssen sich unter dem Klarnamen registrieren. © Kira Müller

Staufenberg stimmt für die Einführung von App. Damit soll die Dorfgemeinschaft vernetzt werden. Das Konzept nennt sich „Digitale Döfer“.

Staufenberg – Die Anwendung „Digitale Dörfer“ soll in der Gemeinde Staufenberg eingeführt werden. Das hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme beschlossen. Der Rat hat somit dem Bürgermeister, Bernd Grebenstein, den Auftrag erteilt, die App (Anwendung) in den Ortsteilen einzuführen. Das geht auf einen Antrag der Fraktion „Wir für Staufenberg“ zurück, die mit Unterstützung der CDU-Fraktion gestellt wurde. Die App soll die Kommunikation innerhalb der Ortschaften verbessern.

Staufenberg: Einführung von „Digitale Dörfer“

Im „Baukasten“ von „Digitale Dörfer“ gibt es den „Dorffunk“. Über diesen können die Einwohner kommunizieren. Beispielsweise können so Helfer für eine Vereinsfeier gefunden oder Werkzeuge getauscht werden. Dann gibt es noch Dorfnews, wo die Einwohner wichtige Neuigkeiten erfahren können. Für Dorfläden, Rathäuser und Ähnliches gibt es den Digitalen Schaukasten. Dafür wird ein Bildschirm und ein internetfähiger Computer benötigt.

Der Schaukasten funktioniert wie eine Art „Schwarzes Brett“, über das Inhalte ausgespielt werden können. Das berichtet Jutta Croll, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Digitale Chancen. An den Inhalten können alle Bürger mitwirken, heißt es von der Stiftung Digitale Chancen, die das Angebot in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) bereitstellt. Gefördert wird es vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung.

In den Orten und Gemeinden wird dann entschieden, wer sich um die Moderation der Kanäle kümmert. In manchen Gemeinden übernimmt dies der Bürgermeister. Ein Beispiel dafür sei ein Ortsteil von Einbeck (Landkreis Northeim). In den meisten Orten wird aber ein Team von ehrenamtlichen Moderatoren zusammengestellt, beispielsweise in Gleichen. Die Erfahrungen zeigten, so heißt es von Dr. Carola Croll, wissenschaftliche Referentin bei der Stiftung Digitale Chancen, dass die soziale Kontrolle wirke. Das bedeutet: Die Teilnehmer posten Inhalte unter ihren Klarnamen. Falls Aussagen kommen, die den Gemeinschaftsstandards widersprechen, werde schnell eingelenkt. Zudem gebe es eine Meldefunktion, berichtet Carola Croll. Außerdem starten in diesem Jahr wieder Kurse für „Digitale Dorfhelden“. Diese Ehrenamtlichen werden für die Moderation geschult.

Staufenberg: App soll in der Gemeinde eingesetzt werden

Die Staufenberger Webseite, die in einer Ausschusssitzung von den Ratsmitgliedern für ihre Übersichtlichkeit gelobt wurde, soll durch das App-Angebot nicht ersetzt werden, heißt es von Jutta und Carola Croll. Das Angebot soll ergänzend wirken, es können auch Schnittstellen eingerichtet werden. „Die Webseite wird also nicht überflüssig“, so Jutta Croll.

Doch wie geht es jetzt für Staufenberg weiter? „Staufenberg hat die Infos“, berichtet Carola Croll. Dann wird eine gegenseitige Versicherung aufgesetzt. In Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort wird ein Starttermin festgelegt. Aus den angebotenen „Bausteinen“ muss ausgewählt werden. Danach wird das Angebot in einem Kontakt mit der Vernetzungsstelle „Digitale Dörfer Niedersachsen“ eingeführt.

Das Angebot wird bis 2025 vom Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung gefördert und ist für die teilnehmenden Kommunen damit kostenfrei. Danach, so hieß es in der Ratssitzung in Staufenberg, fallen monatliche kosten von etwa 160 Euro an.

Der Kontakt zwischen der Gemeinde Staufenberg und der Stiftung Digitale Chancen wegen der „Digitalen Dörfer“ fand schon seit geraumer Zeit statt. Doch, so berichtete Bürgermeister Bernd Grebenstein damals unserer Zeitung, habe der Fokus zunächst auf anderen Themen gelegen.

Infos:

Im Frühjahr 2023 soll es Kurse für Digitale Dorfhelden geben. Dazu wird gerade noch ein Konzept erstellt. Es soll Material zur Verfügung gestellt werden, zudem wird das Digitale Dorfmobil mit einbezogen.

Landkreis Göttingen: Einige Ortschaften nehmen teil

„Das Ziel waren mehr digitale Angebote. Gerade kleine Gemeinden wollten selbst etwas machen, um solche Angebote aufzubauen“, berichtet Jutta Croll, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Digitale Chancen, im Gespräch mit unserer Zeitung über die Entwicklung von „Digitale Dörfer“ in der Region.

Im Ort Bremke in der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen wurde vor über drei Jahren mit Bürgerbefragungen zu dem Thema einer „Dorf-App“ begonnen. Vor Ort wurden die Bürger befragt, es wurde zusammengestellt, welches Angebot für die Menschen ansprechend ist. „Wie kann man alle erreichen?“, sei beispielsweise eine zentrale Frage gewesen, so Jutta Croll. Der Ortsbürgermeister habe sich einen digitalen Schaukasten gewünscht, mit dem Infos an zentraler Stelle ausgespielt werden können. Mithilfe des erstellten Kataloges wurden verschiedene Anbieter in den Blick genommen. Die Entscheidung fiel dann auf das im Artikel oben genannte Fraunhofer-Institut (IESE).

„Die Arbeit vor Ort hat sehr viel Spaß gemacht“

„Die Arbeit vor Ort hat sehr viel Spaß gemacht. Wir wollen zeigen, dass Lösungen aus der Bevölkerung kommen und wir nicht aus der großen Stadt in die Dörfer kommen und den Leuten dann sagen, was sie machen sollen“, sagt Dr. Carola Croll, wissenschaftliche Referentin bei der Stiftung Digitale Chancen.

Im Landkreis Göttingen nehmen an dem Angebot Ort- und Stadtteile der Kommunen Bad Lauterberg im Harz, Duderstadt, Gleichen und Rosdorf teil. Im Landkreis Northeim sind es Ortsteile von Einbeck und Moringen. Im Landkreis Holzminden gibt es Teilnehmer in den Gemeinden Ottenstein und Polle der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle.

Die App kann kostenfrei im Google Playstore (Android) und im Applestore (IOS) auf das Smartphone geladen werden. In Staufenberg wurde vor Kurzem bei einer Ausschusssitzung ein weiterer Anbieter für eine Dorfapp vorgestellt. Es wurde die App „Crossiety“ präsentiert. Diese hätte allerdings 1 Euro pro Einwohner pro Jahr gekostet. Die Kosten waren den Verantwortlichen zu hoch. „Das sind etwa 650 Euro im Monat“, merkte damals Ratsfrau Nina Bernhardt (Wir für Staufenberg) an. (Jens Döll)

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