Kurzfristige Lösung

Staufenberg: Dorfgemeinschaftsanlage Uschlag soll Kindergarten werden

Blick auf die Dorfgemeinschaftsanlage: Rechts im Hintergrund ist das Spielgelände des Kindergartens zu sehen, der dahinter liegt.
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Blick auf die Dorfgemeinschaftsanlage: Rechts im Hintergrund ist das Spielgelände des Kindergartens zu sehen, der dahinter liegt.

In der Dorfgemeinschaftsanlage in Uschlag (Staufenberg) soll Platz für Kita-Räume geschaffen werden. Dazu muss aber noch der Ortsrat zustimmen. Einige Fragen sind noch offen.

Staufenberg – Um in Staufenberg möglichst schnell zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen, soll aus einer Dorfgemeinschaftsanlage übergangsweise ein Kindergarten werden. Das sind zumindest die Pläne, über die jetzt entschieden werden muss. Dabei geht es um die Anlage in Uschlag, dem zweitgrößten Staufenberger Ortsteil. Wie Bürgermeister Bernd Grebenstein auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, sei geplant, das Erdgeschoss des Hauses so umzubauen, dass dort Plätze für 50 Kinder entstehen.

DGA in Uschlag als Kita für Staufenberg

Die Anlage liegt in unmittelbarer Nähe des Kindergartens. Dessen Träger, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Münden, soll auch für die Erweiterung in der Dorfgemeinschaftsanlage zuständig sein. Dies sei bereits mit dem Kirchenkreisamt Göttingen vorbesprochen.

Und auch dem Ortsrat haben die Pläne bereits in einer Arbeitssitzung vorgelegen. Daraus geht weiter hervor, dass die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses auf fünf Jahre begrenzt ist. Diese Zeit soll genutzt werden, um einen vierten Kindergarten zu planen und zu bauen. Wichtig sei aber jetzt gewesen, deutlich schneller eine Lösung zu finden, so Grebenstein. Er sei dem Ortsrat von Uschlag und Ortsbürgermeister Carsten Teller sehr dankbar, dass sie das Haus zur Verfügung stellen. Das sei keine Selbstverständlichkeit.

Ortsrat Uschlag muss noch zustimmen

Die formale Entscheidung steht aber noch aus. Für den 10. Juni ist dazu eine Ortsratssitzung geplant. Rechtlich, so Grebenstein, sei die Lage so, dass der Ortsrat bei der Dorfgemeinschaftsanlage nicht nur gehört werden muss, sondern entscheidet. Laut Beschlussvorlage wird das Projekt nur weiter verfolgt, wenn der „Ortsrat geschlossen hinter der Entscheidung steht“. Sollten nach dem Ortsrat auch der Gemeinderat und schließlich das Kultusministerium zustimmen, hofft Grebenstein, dass im Februar 2022 die Kinder einziehen können.

Rund 300 000 Euro sind als Umbaukosten veranschlagt. Bei den Betriebskosten geht die Verwaltung davon, dass sie bei rund 220 000 Euro pro Jahr liegen. Fünf bis sieben Betreuungskräfte müssten für die neue Kita eingestellt werden.

Eltern setzen Gemeinde unter Druck

Dass in Staufenberg Betreuungsplätze für Kinder fehlen, ist nicht erst seit diesem Jahr klar. Aber inzwischen erhöhen die Eltern den Druck auf die Gemeinde. Im April zogen über 100 Menschen vor das Rathaus in Landwehrhagen, um für mehr Kita-Plätze zu demonstrieren. So etwas hat Staufenberg noch nicht gesehen. Die neu gegründete Initiative „Kitamangel Staufenberg“ hatte dazu aufgerufen. Aktuell fehlen nach Verwaltungsangaben 55 Plätze. 

Die Dorfgemeinschaftsanlage in Uschlag zu einem Kindergarten umzubauen, war nicht die einzige Idee, um möglichst schnell zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Sie ist vielmehr das Ergebnis einer Lösungssuche, bei der auch Alternativen an anderen Standorten und auch mit Containern geprüft wurden. Das geht aus der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Ortsrat hervor.

Uschlag: Nicht einzige aber sinnvollste Variante für Staufenberg

Sie habe sich aber „als einzig sinnvolle und kurzfristig realisierbare Variante“ herauskristallisiert. „Sowohl konzeptionell als auch kostentechnisch ist diese Lösung kurz- und mittelfristig alternativlos“, heißt es darin. Nach Angaben von Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein habe es zudem die meisten Absagen für Kitaplätze in Uschlag und den umliegenden Dörfern gegeben. Nach den ersten Entwürfen sollen im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses unter anderen zwei Gruppenräume, ein Ruheraum sowie sanitäre Anlagen entstehen.

Sollten die Pläne verwirklicht werden können, hätte sich die Gemeinde Luft verschafft. 50 Kinder können dort Platz finden, das ist in etwa die Zahl der Plätze, die der Gemeinde jedes Jahr fehlen. Aktuell sind es laut Gemeindeverwaltung 55. Mit dieser Lösung hätten Rat und Verwaltung Zeit einen Neubau zu planen und auch den Standort zu klären, der in der Politik noch umstritten ist. Sollte die Entscheidung für einen kompletten Neubau fallen (also weder Um- noch Anbau) stünden laut Grebenstein Investitionskosten von 2,5 bis drei Millionen Euro im Raum.

Zwei wichtige Fragen noch offen

Wird das Dorfgemeinschaftshaus zur Kita müssen aber zwei Fragen beantwortet werden. Erstens: Wo und wie können künftig die Grundschulkinder ihr Mittagessen erhalten? Zweitens: Wo können künftig Familienfeste stattfinden, für die die Dorfgemeinschaftsanlage ursprünglich ja auch gedacht ist?

Wie die Frage des Mittagessens geklärt werden könne, sei noch nicht ganz klar, gedacht sei an eine Lösung im Grundschulgebäude, so Grebenstein. Für Feiern und Feste sollen den Menschen aus Uschlag auch die Dorfgemeinschaftsanlagen in den Nachbarorten Escherode und Benterode zur Verfügung stehen. (Ekkehard Maaß)

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