Staufenberg

Zu Ehren von Wolfgang Arend: Forstgenossenschaft Lutterberg erinnert an den Vorsitzenden

Feierstunde: Herbert Winneknecht (von links), Horst Töpke, Hannelore Arend, Jörg Winneknecht, Günter Löber, Heinz-Hermann und Inge Wasmann weihten mit einer kleinen Feierstunde eine Bank zur Erinnerung an Wolfgang Arend ein.
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Feierstunde: Herbert Winneknecht (von links), Horst Töpke, Hannelore Arend, Jörg Winneknecht, Günter Löber, Heinz-Hermann und Inge Wasmann weihten mit einer kleinen Feierstunde eine Bank zur Erinnerung an Wolfgang Arend ein.

Eine Bank zu Ehren des 2020 verstorbenen Wolfgang Arend, dem langjährigen Vorsitzenden der Realgemeinde und Forstgenossenschaft Lutterberg, wurde in Lutterberg eingeweiht.

Lutterberg – Eine Bank zu Ehren und zum Andenken des im Vorjahr verstorbenen Wolfgang Arend, dem langjährigen Vorsitzenden der Realgemeinde und Forstgenossenschaft Lutterberg, wurde in diesen Tagen am Waldrand von Lutterberg eingeweiht.

Kleine Feierstunde in Lutterberg zu Ehren von Wolfgang Arend

Der jetzige Vorsitzende Horst Töpke hatte die Witwe, Freunde des Verstorbenen und einige Vorstandsmitglieder zu dieser kleinen Feierstunde eingeladen. Er erinnerte an das Wirken von Wolfgang Arend, der zunächst als Beisitzer, dann als Schriftführer und im Anschluss als Vorsitzender, fast 40 Jahre im Vorstand der Realgemeinde und Forstgenossenschaft Lutterberg tätig war. „Insbesondere in den Jahren als Schriftführer und Vorsitzender prägte er mit seinem Fachwissen, viel Herz und Verstand den Geschäftsbetrieb der Forstgenossenschaft“, betonte Töpke.

Denn so eine Forstgenossenschaft sei ein Wirtschaftsunternehmen. Neben seinem Einsatz für die Forstgenossenschaft sei er auch ein leidenschaftlicher Jäger mit viel Respekt vor der Natur und der Kreatur gewesen. Deshalb habe die Forstgenossenschaft den Standort dieser Bank, die von zwei Findlingen umrahmt ist, am Rande seines Jagdreviers bewusst ausgesucht. Im Herbst soll noch ein Walnussbaum gepflanzt werden. Mit Blick nach Süden über Wiesen und Felder lädt die Bank zum Entspannen und Verweilen ein. Vorstandsmitglied Jörg Winneknecht hat sie aus Eichenholz aus dem Wald der Forstgenossenschaft gebaut.

Forstgenossenschaft Lutterberg wurde 1871 gegründet

Auch berichtete Horst Töpke über die Forstgenossenschaft, die am 16. Dezember 1871 gegründet wurde und über eine derzeitige forstliche Betriebsfläche von rund 478 Hektar verfügt. Der Großteil der Flächen liegt am Steinberg, rund um das ehemalige Naturfreundehaus. Kleinere Einzelflächen, wie das Waldstück, auf dem sich nun die Bank befindet, grenzen an den Golfplatz Wissmannshof.

Die Genossenschaft hat 93 Mitglieder (Anteile). Bei der Gründung vor 150 Jahren hatten die Mitglieder eine Hofstelle mit Schornstein und leisteten bei Bepflanzung der „Wüstflächen“ Hand- und Spanndienste. Verbrieftes Recht war unter anderem, dass pro Anteil jedes Jahr Brennholz bezogen werden konnte. Obwohl dieses Recht heutzutage an Bedeutung verloren hat, bekommt auch heute noch jeder Forstgenosse seine vier Raummeter Brennholz. Wer es nicht nehmen möchte, erhält einen finanziellen Ausgleich. „Zurzeit kämpft die Forstgenossenschaft mit den größten Herausforderungen der letzten 70 Jahre“, machte Töpke deutlich. Der Klimawandel mit vielen Sturmereignissen, insbesondere der Sturm „Frederike“ im Jahr 2018, hat bei den Fichten zu großen Schäden geführt.

Borkenkäfer, Stürme und Trockenheit machen der Forstgenossenschaft Lutterberg Probleme

„Dann kamen die Borkenkäfer und vernichteten die noch bestehenden Fichtenbestände“, so Töpke. Mit Holzerntemaschinen mussten die Sturmschäden und Käferbäume aufgearbeitet werden. Eine Vermarktung des Holzes war zeitweise nicht möglich oder das Holz musste zu Tiefstpreisen mit hohen Verlusten abgegeben werden. Als Beispiel nannte der Vorsitzende das Jahr 2020: Laut Betriebsplan bei nachhaltiger Nutzung sollten 2200 Festmeter Fichten eingeschlagen werden. Tatsächlich wurden 14 400 Festmeter Fichten eingeschlagen. Riesige Freiflächen sowie Kahlschläge sind entstanden, die in den nächsten zehn Jahren mit hohem Kostenaufwand aufgeforstet werden müssen. „Aus heutiger Sicht wird die Fichte in unserem Bereich in den nächsten Jahren verschwunden sein. Nur die Buchen und Eichen sind zurzeit unsere Hoffnungsträger“, verdeutlichte Töpke. (Petra Siebert)

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