Tierische Naturpflege

Islandpferde pflegen das Moor Hühnerfeld bei Staufenberg

Sie sind die idealen Landschaftspfleger für das Hühnerfeld: die Islandpferde auf dem Moor bei Staufenberg. Neben den Pferden stehen auch 25 Rinder auf dem Hühnerfeld.
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Sie sind die idealen Landschaftspfleger für das Hühnerfeld: die Islandpferde auf dem Moor bei Staufenberg. Neben den Pferden stehen auch 25 Rinder auf dem Hühnerfeld.

Islandpferde werden auf dem Hühnerfeld-Moor bei Staufenberg gehalten.,Sie pflegen das Naturschutzgebiet. Das Mähen durch Menschen wäre einfach zu teuer.

Staufenberg – Zwischen hohem Gras und dichten Farnblättern sind sie zu entdecken – die Islandpferde, die auf dem Moor Hühnerfeld bei Staufenberg weiden.

Die Pferde haben auf dem Hühnerfeld eine ganz besondere Aufgabe: Sie sind Naturschützer und Pfleger des Moores. Bis in die 50er Jahre wurden Teilflächen des Moors noch von Menschenhand gemäht, was jedoch auf Dauer sehr teuer wurde.

Staufenberg: Islandpferde trampeln Adlerfarn nieder

Der Adlerfarn breitete sich durch weitverzweigte unterirdische Sprossachsen, sogenannte Rhizome, aus und das Pfeifengras wuchs im Frühjahr zu einer dicken Schicht heran. Andere Pflanzenarten hatten so kaum noch eine Chance, durch den Adlerfarn und das Pfeifengras hindurch zu dringen. Die einfache Lösung: Beweidung durch Tiere. Die robusten und genügsamen Islandpferde aus dem hohen Norden sind dafür ideal. „Die Tiere sorgen für mehr Strukturvielfalt als dies beim Einsatz von Mähmaschinen der Fall wäre“, sagt Ulrich Lottmann vom Landkreis Göttingen. Der Landkreis ist Eigentümer fast alle Flächen des Hühnerfelds. Durch den Tritt der Pferde ist der dominante Adlerfarn deutlich zurückgegangen. So schaffen die Islandpferde genügend Platz für gefährdete Pflanzenarten. Die Pferde vom Gestüt Ellenbach bei Kaufungen stehen von Anfang Juni bis Ende August auf dem Hühnerfeld.

Das Moorgebiet Hühnerfeld lädt zum Spazieren über den Bohlenweg ein.

Bereits seit 1992 weiden die Pferde auf dem Moor. Seit 2005 werden sie von Rindern unterstützt. Auf der Weide ergänzen sich die beiden Herden, da sie unterschiedliche Gräser und Sträucher bevorzugen. Auf einer Fläche von 30 Hektar leben im Moment etwa 25 Rinder und 20 Islandpferde. „Andere Weidetiere, wie zum Beispiel Schafe kommen mit der nassen Umwelt des Moores nicht so gut zurecht, da sie dort mehr unter Parasiten leiden würden“, so Lottmann.

Schon vor 400 Jahren nutzte die Stadt Hann. Münden das Hühnerfeld

Außerdem würden Schafe durch ihr geringes Gewicht den Adlerfarn kaum zurückdrängen. „Abgesehen davon gibt es hier im Raum keine Schafhalter, die die Kapazität hätten, im Hühnerfeld über den Sommer 250 Schafe weiden zu lassen – das entspricht ungefähr der Weideleistung der dort weidenden Rinder und Pferde“ sagt Lottmann.

Islandpferde trampeln den Adlerfarn nieder.

Schon vor 400 Jahren nutzte die Stadt Hann. Münden das Hühnerfeld und die umliegenden Flächen des Kaufunger Waldes als Weideflächen. 1785 gab es um das Hühnerfeld mehr als 300 Hektar Weideland. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden die Flächen mit Fichten und Kiefern aufgeforstet.

Heute sind im Hühnerfeld noch etwa 50 Hektar offene Fläche erhalten. In den 1950er Jahren kaufte der damalige Landkreis Münden die Flächen auf. Inzwischen ist der Landkreis Göttingen Eigentümer fast aller Flächen in dem Gebiet. Das Hühnerfeld wurde 1968 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Besucher können über einen Bohlenweg durch das Moor wandern und Pferde und Rinder beobachten. (Eva Krämer)

Moorgebiet bei Hann. Münden und Staufenberg

Das „Hühnerfeld“ hat nichts mit Hühnern zu tun, wie der Naturpark Münden auf seiner Internetseite informiert. Der Name geht vermutlich auf das Wort „Hünenfeld“ zurück, dass so viel wie „Hohes Feld“ bedeutet. Das Moor befindet sich auf einer Hochfläche mitten im Kaufunger Wald. Die Moore in Mitteleuropa entwickelten sich nach der letzten Eiszeit, die vor knapp 10 000 Jahren endete. Im wassergesättigten Milieu werden abgestorbene Pflanzenreste unter Sauerstoffausschuss nicht vollständig zersetzt, was zur Torfbildung führt, woraus die Moore zum Großteil bestehen. Bis ein lebendiges Moor entsteht, dauert es. Nur etwa ein Millimeter pro Jahr wächst ein Moor. Auf der ganzen Welt sind heute etwa drei Prozent der Landfläche mit Mooren bedeckt. 

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