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Leben in Südfrankreich: Vortrag zum Künstler Van Gogh in Uschlag

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Von: Harald Schmidt

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Cellistin Clara Berger und Kunsthistoriker Detlef Stein gestalteten einen aufschlussreichen und musikalisch einfühlsamen Vortragsabend in der Dorfkirche in Uschlag über das Leben Van Goghs.
Cellistin Clara Berger und Kunsthistoriker Detlef Stein gestalteten einen aufschlussreichen und musikalisch einfühlsamen Vortragsabend in der Dorfkirche in Uschlag über das Leben Van Goghs. © Harald Schmidt

Einen ungewöhnlichen Vortrag gab es in Uschlag. In der Kirche berichtete der Kunsthistoriker Detlef Stein vom Lebens Van Goghs in Frankreich. Begleitet wurde er musikalisch von Clara Berger.

Uschlag – Einen aufschlussreichen Abend erlebten die Besucher des Vortragsabends über das Leben Vincent Van Goghs (1853 bis 1890) in der Dorfkirche Uschlag (Ortsteil von Staufenberg). Kunsthistoriker Detlef Stein aus Bremen wurde begleitet von der jungen, versiert spielenden Cellistin Clara Berger aus Hannover.

Staufenberg: Vortrag in Kirche Uschlag

Sie spielte in den kurzen Pausen zwischen den Vortragsbeiträgen, passend zur geschilderten Stimmung im Leben Van Goghs mit melancholischen oder dramatischen Passagen aus Werken Bachs oder Faurés. Stimmungsvoll mit Teelichten beleuchtet war der Kirchenraum in Uschlag. Die Projektionen mit Bildern Van Goghs oder Orten, an denen er lebte, wurden begleitend zum Vortrag mit einem Beamer an die weiße Kirchendecke projiziert. Die Auswahl betraf ein frühes düsteres Bild, einige seiner vielen Selbstporträts, die Landschaft um Arles, einige Szenen in der Stadt und seine „Sternenbilder“, die seine Sehnsucht und Hoffnung auf ein besseres, fernes Leben verkörperten.

Stein begann mit der Jugend und Ausbildung Van Goghs in dessen Heimat, den Niederlanden. Nachdem dessen beruflicher Einstieg als Kunsthändler und später als Prediger erfolglos blieb, wandte er sich der Malerei zu. Van Gogh lebte in Paris zusammen mit seinem jüngeren Bruder Theo, der dort als erfolgreicher Kunsthändler tätig war. Er kam ab 1880 für Vincents Lebensunterhalt auf. Das verpflichtete ihn dem Bruder seine Werke in Zukunft zu überlassen. In Paris lernte Van Gogh Vertreter der künstlerischen Avantgarde kennen, deren Vorstellungen er sich zugehörig fühlte.

Von Paris übersiedelte Vincent 1888 in das südfranzösische Arles, auch wegen des hellen Lichts und um Ruhe zu finden. Im „Gelben Haus“ lebte er und hatte hier sein Atelier. Stein schilderte die Lebensumstände der 444 Tage, in denen Van Gogh etwa 200 Gemälde schuf. Er beschrieb das Umfeld und seine Malmotive. Durch sein ungestümes, impulsives Wesen ergaben es immer wieder Konflikte. Vincents Stimmungen waren von Euphorie und Niedergeschlagenheit geprägt.

Durch Zufall auf Uschlag gekommen

Die immer aussichtslosere Lebensperspektive gipfelte im Streit mit dem Maler Gauguin, der vorübergehend bei ihm wohnte. Das führte zur endgültigen Lebenskrise, die im Suizid mit einem geliehenen Revolver endete. Dass seine Bilder zu den höchstgeschätzten und für exorbitante Summen gehandelten gehören würden zeigte sich erst im 20. Jahrhundert.

Auf die Frage, wie Stein Uschlag als Vortragsort entdeckte, sagte er, dass er im Sommer einen Freund hier besuchte und von der Gegend sehr angetan war. Dabei entstand die Idee, hier den Vortrag über Van Gogh zu halten, zumal der Kirchenraum sich dafür sehr gut eignet. Ortsbürgermeister Carsten Teller unterstützte das Vorhaben mit dem Kultur- und Geschichtsverein. Nach der guten Stimmung beim ersten Vortrag kam der Gedanke auf, bei einer nächsten Gelegenheit das mit einem neuen Thema zu wiederholen. (Harald Schmidt)

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