Die Mutmacher

Malermeister aus Uschlag: Goldenes Handwerk

Trotz Corona viel zutun: Malermeister Alexander Trube vor seinem Wohnhaus in Staufenberg-Uschlag.
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Trotz Corona viel zutun: Malermeister Alexander Trube vor seinem Wohnhaus in Staufenberg-Uschlag.

Sie kümmern sich um die Versorgung, setzen sich in der Krise für Menschen ein, halten den Laden am Laufen. Wir stellen diese Mutmacher in loser Folge vor. Heute: Der Malermeister

Uschlag – „Wir hatten über das Jahr alle Hände voll zu tun“, sagt Malermeister Alexander Trube, der einen Familienbetrieb in Uschlag führt. Die Coronapandemie hätte sich im Frühjahr nur leicht in der Auftragslage bemerkbar gemacht, berichtet der 26-Jährige.

Auftragslage trotz Corona-Krise hoch

„Die Leute waren zuerst vorsichtiger, einige Aufträge wurden abgesagt oder verschoben“. Das hätte sich allerdings schnell wieder beruhigt. Andreas Trube hat das Geschäft vor vier Jahren von seinem Vater Norbert übernommen, dieser hatte den Malerbetrieb in dem Staufenberger Ortsteil 2002 gegründet. „Meinen Meister habe ich 2015 gemacht“, berichtet er.

Momentan sind in dem „kleinen Familienbetrieb“ zwei Gesellen und ein Auszubildender, Alexanders Bruder, beschäftigt. Seit den vier Jahren, in denen er den Betrieb führt, hätte die Auftragslage sich stetig verbessert, so Trube. Die Krise habe sich bis jetzt kaum auf die Malerfirma ausgewirkt. Besonders auf die Sanierung von Denkmalgeschützen Gebäuden ist Trubes Firma spezialisiert. „Man Vater hat in Uschlag gelernt und somit auch viel über Fachwerkgebäude. Dieses Wissen hat er an mich weitergeben“, sagt er.

Fachwerksanierung stellt den Malermeister vor Herausforderungen

Dabei müsse viel beachtet werden. Es muss spezieller Putz verwendet werden, damit das Holz im Fachwerk „arbeite“. „Benutzt man zu festen Putz kann er reißen.“ Auch spezielle Öle für die Balken und Allwetterfarben gibt es. Stolz ist Trube auf die Restaurierung der Fassade des Küsterhauses in Hann. Münden im Frühjahr. Dieses, auf das Jahr 1457 datierte Haus in Mündens Altstadt gilt als ältestes Fachwerkhaus in Niedersachsen.

Historisch: Mit seinen zahlreichen kunstvollen Ornamenten und Inschriften zählt das 1457 gebaute Küsterhaus zu den schönsten Gebäuden Mündens.

Ein weiteres Projekt das Trube im Jahr 2020 stolz macht, ist die Sanierung eines alten Fachwerkhauses in Uschlag. „Es hat bestimmt zehn bis 15 Jahre leergestanden, bevor es gekauft wurde“, berichtet der Malermeister. Es sei viel zu tun gewesen, innen und außen, doch jetzt erstrahle das Haus wieder in neuem Glanz. Momentan gebe es weniger Arbeit, „unserer Hauptsaison ist immer von O bis O“, sagt er. Damit mein er die Zeit von Ostern bis Oktober. „Genau so wie bei den Winterreifen“, sagt er und lacht. Wenn der erste Frost kommt, können an Fassaden kaum noch Arbeiten vorgenommen werden.

Wunsch für 2021: Weiter eine stabile Auftragslage

Neben seinem Beruf und der Leitung der Firma, was sehr viel Zeit beansprucht, achtet Alexander Trube auf seine Fitness. Als es möglich war, bevor dem neuerlichen Lockdown, besucht er regelmäßig das Fitnessstudio. Auch war er sechs Jahre aktiver American-Football-Spieler in Kassel, bevor eine Armverletzung das beendet hatte.

Momentan erholt sich der 26-jährige Uschlager von einer Armoperation. „Bis es wieder richtig mit der Arbeit losgeht, will ich wieder fit sein“, sagt er und macht Pläne für das kommende Jahr. Er hofft, dass die Auftragslage weiterhin so stabil bleibt. (Jens Döll)

Weiterer Mutmacher im Altkreis Münden

In unserer unregelmäßigen Serie „Die Mutmacher“ stellen wir Personen vor, die den Laden in der Krise am Laufen halten. So zum Beispiel die Mitarbeiter des Geschwister-Scholl-Hauses in Hann. Münden und die der Stadtbücherei, ebenfalls in Münden.

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