Landwehrhagen

Mammutbaum in Staufenberg beschädigt: „Ich kann es nicht fassen“

Deutlich zu erkennen: Am Mammutbaum wurden die unteren Zweige abgeschnitten.
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Deutlich zu erkennen: Am Mammutbaum wurden die unteren Zweige abgeschnitten.

Ein Mammutbaum in Staufenberg wurde wohl zum Ziel von Vandalismus. Äste wurden an dem stolzen Gewächs in Landwehrhagen abgesägt. Doch es scheint, dass niemand das verfolgen könnte.

Staufenberg – „Ich bin entsetzt und kann es immer noch nicht fassen, wie man den Mammutbaum zugerichtet hat“, sagte Gerlinde Wilde aus Landwehrhagen. Damit meint sie einen der drei Mammutbäume, die am Kassel-Steig-Wanderweg von Rothwesten nach Landwehrhagen auf einer Wiese in Richtung Landwehrhagen zwischen Ickelsbach und Forststraße stehen. An dem etwa vier Meter hohen Mammutbaum wurden zehn Äste bis zu einer Höhe von 1,20 Meter abgeschnitten. Während einer Wanderung Ende November haben sie und ihr Mann Hubertus Wilde – beide gehören dem Hessisch-Waldeckischen-Gebirgsverein Kassel und den Naturfreunden Kassel an – die Beschädigungen entdeckt. Da die Schnittstellen noch frisch waren, vermutet das Paar, dass dies erst kurz vor ihrem Eintreffen passiert ist. Als Beweis haben sie die Äste mitgenommen.

Nach Entdeckung: Sofort Kontakt mit Verantwortlichen für das Gelände aufgenommen

„Als Wanderer und Fans von Mammutbäumen, wandern wir oft auf dem Kassel-Steig rechts oder links herum und haben die Mammutbäume seit 2014 immer im Blick, sogar öfters fotografiert“, berichtet Gerlinde Wilde.

Nach ihrer Wanderung haben die Wildes sofort Kontakt mit den Verantwortlichen für das Gelände aufgenommen – der Bezirksförsterei Wellersen, der Niedersächsischen Landesförsterei Hann. Münden, dem Landwehrhäger Genossenschaftsforst, dem Speeler Genossenschaftsforst, Jagdpächtern aus Escherode, der Jagdgehilfe, dem Nabu Deutschland, dem Bundesfachausschuss Wald und Wild, der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Göttingen, dem Amt für Natur- und Bodenschutz Osterode und der Naturschutzbehörde Niedersachsen. Allerdings hätten sie dabei erfahren, dass Mammutbäume nicht geschützt sind. Auch Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein wurde angesprochen. Er habe an den Landkreis Göttingen verwiesen, berichten Wildes.

Staufenberg: Mammutbaum wurde 1994 gespendet

Seit 1994 steht in dem Waldstück ein zehn Meter großer Mammutbaum mit einer Hinweistafel an die Spender H. Büthe und H. Friedel. Unterhalb und oberhalb des großen Mammutbaumes wurden vor zehn Jahren zwei junge Mammutbäume von Speeles Ortsbürgermeister Fred Kaduhr und Familie Klaus gepflanzt. Letztere hatten vor 20 Jahren beim Tag der offenen Tür im Kassler Gewächshaus Mammutbaum-Samen gekauft, die in einem Topf ausgesät, später in den eigenen Garten gepflanzt und als sie zu groß wurden, in das Waldstück umgesetzt wurden.

Kaduhr selber bezeichnet es als verwerflich, einen Baum derart zu beschädigen. Da aber Mammutbäume nicht geschützt sind, habe er keine rechtliche Handhabe, dagegen anzugehen. (Petra Siebert)

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