Nachhaltigkeit leben, anstatt nur drüber reden: 

Akademie der anderen Art bei den Gastwerken Escherode

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Tag der offenen Tür: Steffen Emrich (links) begrüßte die Gäste zur Eröffnung der Akademie und erklärte den Besuchern das Konzept, bevor er sie über das Gelände führte.   

Escherode. Bisher hatte die Bildungsarbeit bei den Gastwerken in Escherode eher einen „Nebenbei-Charakter“ beschrieb es Steffen Emrich am Samstag beim Tag der offenen Tür. Das soll sich ändern. Der Verein ist dabei, eine eigene Akademie aufzubauen.

Der Startschuss fiel am Samstag, im kommenden Jahr soll der Bildungsbereich stetig ausgebaut werden. „Wir werden kein Bildungszentrum sein, in das man geht, um sich Vorträge anzuhören“, so Steffen Emrich. Die Gastwerke-Akademie hat einen anderen Anspruch: „Wir leben das, was wir hier vermitteln“, so Emrich.

Praxisnahe und authentische Seminare sollen angeboten werden. Das ganze Gelände wird zum Bildungszentrum gehören, die Bauarbeiten eines Hörsaals auf naturnaher Lehmbasis haben bereits begonnen. „Bei uns wird man in keinem Konferenzraum mit Plastiktischen und Kunstfaserteppichen sitzen, während wir über Nachhaltigkeit sprechen, denn wir reden nicht nur, wir handeln“, so Emrich weiter.

Außerdem sollen neue Schlafplätze in Tipis mit Holzfußböden und in einer festen Jurte entstehen – zu Beginn 18 Schlafplätze für die Teilnehmer eines mehrtägigen Seminars, langfristig aber ist geplant, dass zwei Seminare parallel laufen können.

Eines werden alle gemeinsam haben: Sie gehören zu den vier Säulen nachhaltigen Lebens: Ökonomie, Ökologie, Soziales und Kultur. Zu den Seminaren, die angeboten werden sollen, und jetzt schon angeboten werden, gehören Kinderaktionstage, die Mitmachbaustelle Stampflehm, Oasentage, ein Workshop mit dem Titel „Recycling als Gestaltungselement im Garten“ und ein Grundlagenseminar zum Thema Soziokratie.

Alle aktuellen Termine, mögliche Anmeldefristen und Kostenbeiträge sind auf der Homepage der Akademie unter www.gastwerke-akademie.de zu finden. Teilnehmen kann jeder, sowohl aus dem großen Netzwerk von Lebensgemeinschaften, zu dem die Gastwerke gehören, als auch aus der Bevölkerung.

Darüber hinaus sollen spirituelle Seminare stattfinden, praktische Workshops rund um die Themen Ackerbau, Gemüseanbau und Kräutergärten, gemeinsame Singabende und naturnahe Erlebnisaktionen sowie ein umweltpädagogisches Konzept zum Thema Wasser. Die Gastwerke haben ihren eigenen Naturteich angelegt, der durch Oberflächenwasser der Gewächshäuser gespeist wird, zur Bewässerung der Pflanzen dient und Wasserpflanzen, Kröten und Molche beherbergt – ein weiteres Beispiel für Nachhaltigkeit. 

Außerdem wurde in einem der alten Gewächshäuser eine Duschanlage gebaut, die bald selbstständig das verbrauchte Wasser klären und aufbereiten soll. Die Eröffnung der Akademie wurde von einem Tag der offenen Tür begleitet, bei dem die Besucher Jungpflanzen kaufen, sich Ratschläge zum Gemüseanbau holen und das Gelände kennenlernen konnten.

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