Schwarzwild wird zur Plage

Alarm in Speele: Wildschweine überall

+
Wildschweine in Speele. Ortsbürgermeister Fred Kaduhr kennt die Problematik. 

Speele. Im Staufenberger Ortsteil Speele ist die Sau los. Seit Wochen wühlen Wildschweine in Scharen Gärten, Straßenränder und Rasenflächen um, auf der Suche nach Nahrung und Mineralien.

Dabei trauen sie sich sogar bis in die Ortsmitte und haben offenbar auch die Scheu vor Menschen längst verloren. Auf dem Friedhof waren sie ebenso unterwegs wie auf dem Sportplatz. „Es ist eine Katastrophe“, sagt Ortsbürgermeister Fred Kaduhr. Die Speeler sind zwar an Ärger mit Wildschweinen gewöhnt, „aber so schlimm wie in diesem Winter, war es noch nie.“ Eltern begleiten mittlerweile ihre Kinder morgens auf dem Schulweg zum Bahnhof, weil den Kindern die Tiere begegnen könnten, Autofahrer sind auf der Kreisstraße 222, der einzigen Zufahrt nach Speele, inzwischen besonders vorsichtig unterwegs, weil sie damit rechnen müssen, dass ganze Gruppen die Straße queren.

Ihm sei berichtet worden, dass dabei Rotten von bis zu 40 Tieren gesichtet worden seien, so Kaduhr. Die Wildschweine seien nicht nur frühmorgens oder in der Abenddämmerung unterwegs. „Zu allen Zeiten kann man ihnen begegnen.“ Der Landkreis als zuständige Jagdbehörde sei darüber informiert, aber die Situation bessere sich nicht.

Jetzt ist dem Ortsbürgermeister der Kragen geplatzt und er hat am Donnerstagabend in den Rat der Gemeinde Staufenberg eine Resolution eingebracht, in der der Landkreis zum Handeln aufgefordert wird (siehe Hintergrund). Zugleich präsentierte er eine Unterschriftenliste, die über 250 Speeler unterzeichnet haben, um die Resolution zu unterstützen. Der Rat stellte sich hinter die Speeler, und verabschiedete sie einstimmig. Vom Landkreis Göttingen war am Freitag keine Stellungnahme zu den Speeler Vorgängen mehr zu erhalten. Die Pressestelle verwies aber darauf, dass im Kreistag demnächst darüber beraten wird, die momentan geltende Schonzeit für Keiler und Bachen vom 1. April bis zum 15. Juni aufzuheben.

Am Friedhof in Speele hat die Gemeinde Staufenberg mittlerweile einen Elektrozaun aufgestellt, um die Tiere von den Gräbern fernzuhalten.

Wer Wildschweinen begegnet, sollte Ruhe bewahren, rät Kreisjägermeister Axel Eichendorff. „Man sollte stehen bleiben und sich langsam zurückziehen. Die Tiere attackieren nicht sofort, sondern zeigen erst Drohgebärden wie Schnaufen.“ Dann sollte man nicht weitergehen. Gefährlich werde es, wenn man einen Sicherheitsabstand zu den Tieren unterschreite, sagt Eichendorff.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.