Mitteilungsbrief wird am Wochenende verteilt

Aldi-Projekt: Kirchengemeinde befragt Mitglieder

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Die St. Peter und Paul-Kirche: Dort wird im Gottesdienst am Sonntag, 4. Oktober, (Beginn: 14 Uhr) das Ergebnis bekannt gegeben. 

Lutterberg. In Lutterberg sind alle Mitglieder der evangelischen Kirche, die 16 Jahre und älter sind, aufgerufen, an einer Befragung zum Aldi-Projekt teilzunehmen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Lutterberg als Eigentümerin einer Kernfläche, die für das geplante Aldi-Zentrallager benötigt wird, will vor der Entscheidung über einen Verkauf, ihre Mitglieder befragen. Das teilte Pastor Alexander Lücke mit. Nach seinen Angaben gehört der Gemeinde auf dem vorgesehenen Areal eine Fläche von rund 3,8 Hektar. Sie könnte mit einem Verkauf rund 576 900 Euro erzielen.

Alexander Lücke

Teilnehmen können alle Mitglieder der evangelischen Kirche, die 16 Jahre und älter sind. Damit will sich der fünfköpfige Vorstand der Gemeinde ein Meinungsbild machen, bevor er eine Entscheidung darüber trifft, ob die Fläche für das Aldi Nord-Projekt verkauft wird oder nicht. Am Wochenende erhalten die Mitglieder einen Mitteilungsbrief.

Nach Angaben von Pastor Lücke sei das Grundstück der Gemeinde ein Kernstück, das für das Vorhaben benötigt werde. „Wenn die Kirche ihr Grundstück nicht verkauft, kann es sein, dass das Aldi-Projekt nicht verwirklicht wird.“

400 Mitglieder aufgerufen

Rund 400 Gemeindemitglieder (Lutterberg hat insgesamt rund 860 Einwohner) sind bis zum Donnerstag, 1. Oktober, aufgerufen, das Formblatt, das sie mit dem Brief erhalten, auszufüllen und zu unterschreiben. Es handele sich also um keine geheime Befragung, sagt Lücke. Allerdings werde die Gemeinde nie veröffentlichen, wer wie geantwortet hat. Es sei auch niemand verpflichtet daran teilzunehmen. Veröffentlicht werde nur das Gesamtergebnis. Es soll beim Erntedankgottesdienst am 4. Oktober bekannt gegeben werden.

Gefragt werden die Kirchenmitglieder, ob sie dafür oder dagegen sind, dass die Gemeinde das Grundstück verkauft mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Lücke begründet die ungewöhnliche Aktion damit, dass der Vorstand sich mit der Entscheidung schwer tue, weil er spüre, wie zerstritten und zerrissen das Dorf in dieser Frage sei. Zudem sei in Lutterberg immer wieder der Wunsch geäußert worden, dass die Betroffenen sich selbst zu Wort melden können. Die Kirche könne aber nicht alle Lutterberger oder Staufenberger fragen, sondern nur die, die Mitglied der Kirche seien, ihnen gehöre das Grundstück indirekt ja auch.

Allerdings stellt er klar, dass die Befragung nur dem Meinungsbild diene. Der Vorstand sei nicht daran gebunden und könne letztlich auch anders entscheiden. Am Ende seien alle fünf Vorstände, unter ihnen auch Pastor Lücke, nur ihrem Gewissen verantwortlich.

Abgeben können die Kirchenmitglieder die Befragungsunterlagen bei allen Kirchenvorständen sowie im Pfarrhaus in Uschlag. Zudem werden am kommenden Donnerstag zwei Kirchenvorstandsmitglieder von 14 bis 18 Uhr im Gemeindehaus in Lutterberg anwesend sein, um die Unterlagen in Empfang zu nehmen.

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