Mehr Ladestationen für E-Autos

Autohof Lutterberg soll einer der größten Ladeparks Europas werden

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Noch eine Baugrube: Das bild zeigt die Baustelle am Autohof Lutterberg.

Die 24-Autobahn-Raststätten GmbH erweitert den Autohof in Lutterberg und bietet dort künftig auch markenunabhängige Ladestationen für Elektrofahrzeuge an.

Bisher konnten sich auf dem Autohof nur Wagen der Marke Tesla mit Strom versorgen. Die Bauarbeiten laufen bereits.

Bei der neuen Anlage arbeitet das Unternehmen mit Ionity zusammen, einem Gemeinschaftsunternehmen der Autobauer BMW, Daimler, Ford sowie des Volkswagen-Konzerns mit Audi und Porsche, teilte Daniel Weber, Prokurist der 24-Autobahn-Raststätten GmbH, mit. Ionity plane sechs Ladestationen, in einem ersten Schritt würden vier aufgestellt. Für zwei weitere werde es die Vorinstallationen geben, um die Anlage rasch erweitern zu können. Geplant seien „Ultraschnellladesäulen“ mit je einer Ladeleistung von bis zu 350 kW. Bei entsprechender Kapazität der Batterie könne in einer Viertelstunde genug Energie geladen werden, um die Reichweite um weitere 100 Kilometer zu vergrößern.

Die Säulen seien mit einem sogenannten CCS-Ladestecker (Combined Charging System) ausgestattet und entsprächen damit dem europäischen Industriestandard. Um dort Energie tanken zu können, müssen die Wagen also über einen CCS-Anschluss verfügen. Das CCS, so Ionity auf seiner Homepage, sei „der am weitesten verbreitete Ladestandard in Europa und kompatibel mit nahezu allen gängigen und zukünftigen Elektrofahrzeugen.“ Die neue Anlage in Lutterberg wäre damit Teil eines Stromtankstellennetzwerks, das Ionity europaweit an Hauptverkehrsachsen aufbaue.

Aber auch Tesla hat Pläne in Lutterberg und will seine Station mit bisher sechs Ladesäulen erweitern. Nähere Angaben könne er aber erst später machen, sagte Weber. Damit werde Lutterberg aber zu einem der größten Elektro-Ladeparks Europas.

Die 24-Autobahn-Raststätten GmbH baut außerdem zusätzliche Pkw-Parkplätze, einen Bushalteplatz sowie eine Erschließungsstraße für die geplanten Gewerbeflächen auf dem Areal. Noch in diesem Sommer soll alles fertig sein. Zur Höhe der Investitionen wollte das Unternehmen keine Angaben machen. 

Zahl an E-Autos und Ladesäulen im Landkreis überschaubar

Auch wenn die Zahl der Elektroautos und der Ladesäulen in der Region langsam ansteigt, steht die Elektromobilität noch am Anfang eines langen Weges. Aktuell sind im Landkreis Göttingen, ohne die Stadt, 214 reine Elektrofahrzeuge unterwegs. Hinzu kommen nach Angaben von Kreissprecher Ullrich Lottmann 748 Hybridfahrzeuge mit Elektroantrieb. Zu Jahresanfang waren es 193 reine Elektrofahrzeuge und 641 Hybridfahrzeuge mit Elektroantrieb. Auch die Zahl der Ladesäulen ist noch überschaubar. 

Der Internetblog goeingelectric (www.goingelectric.de/stromtankstellen) weist für den Altkreis Münden Ladestationen in Hann. Münden, Hemeln, Laubach, Jühnde, Dransfeld und Staufenberg aus. Zusammen mit der Stadt Göttingen werden 29 angegeben. Auf dem Autohof bei Lutterberg gibt es bisher nur Säulen für Tesla-Fahrzeuge. Die Versorgungsbetriebe Hann. Münden GmbH (VHM) bieten nach Angaben auf ihrer Internetseite kostenloses Stromtanken an ihren öffentlichen Ladesäulen auf dem Parkplatz am Schloss in Hann. Münden, an der Straße Vor der Bahn, am Parkplatz Gasthaus Letzter Heller an der Bundesstraße 80 und an der der Fährstraße in Hemeln an. 

Neue Anlagen wird es in diesem Sommer aber nicht nur auf dem Autohof in Lutterberg geben. Auch im Staufenberger Ortsteil Escherode wird eine aufgestellt, die alle nutzen können. Nach Angaben von Escherodes Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Stock ist sie an der Turnhalle geplant und soll in den nächsten Wochen in Betrieb gehen. Das Tanken sei kostenfrei so Stock. Das Projekt soll über Spenden finanziert werden. Der Ort hatte beim Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“ der LEADER-Region Göttingen mit seinem Carsharing-Konzept für ein E-Auto überzeugt und eine Ladeinfrastruktur im Wert von bis zu 12 000 Euro gewonnen.

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