Bürger sollen gefragt werden

Bestattung unter Bäumen: Forst bei Sichelnstein bald Ruhwald?

Staufenberg. Der Rat der Gemeinde Staufenberg hat am Donnerstagabend die Weichen für einen Ruhwald zwischen Sichelnstein und Benterode gestellt. Jetzt sind die Bürger gefragt, wie sie darüber denken.

Mit dem Ratsbeschluss beginnt der zweite Anlauf für eine Waldbegräbnisstätte in Staufenberg, die von der Forstgenossenschaft Benterode und dem Hamelner Unternehmen RuhWald geplant wird.

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Ein erstes Vorhaben auf einer Fläche bei Escherode war letztlich am Widerstand in der Bevölkerung, vor allem in Escherode, gescheitert. Die Forstgenossenschaft Benterode hatte daraufhin im Sommer die Pläne zurückgezogen und die Alternativfläche bei Sichelnstein vorgeschlagen, die jetzt diskutiert wird. Einstimmig hat der Rat am Donnerstagabend beschlossen, das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungplanes einzuleiten, die Voraussetzung für das Vorhaben ist. Mit dem sogenannten Auslegungsbeschluss für die Beteiligung der Öffentlichkeit beginnt nun eine Phase, in der die Bürger zum Ruhwald Stellung nehmen können. Die Pläne werden im Rathaus öffentlich ausgelegt. Die Bedenken und Anregungen werden bei der weiteren Planung berücksichtigt. Anschließend befasst sich der Rat erneut mit dem Projekt.

Für den 15. November ist zudem ein Ortstermin mit dem Bauausschuss des Gemeinderates und den Ortsräten von Sichelnstein und Benterode geplant.

Positiv geäußert hat sich bereits Sichelnsteins Ortsbürgermeister Gerd Hartung und sieht dabei auch den Ortsrat an seiner Seite. Für Sichelnstein würde es für einen Zeitraum von 99 Jahre bedeuten, dass der Wald am westlichen Ortsrand nicht abgeholzt werden kann und als Lärm- und Windschutz erhalten bliebe. Für diesen Zeitraum will die Forstgenossenschaft Benterode nämlich die etwa zehn Hektar große Fläche im „Steinacker“ mit Buchen und einigen Eichen an das Unternehmen RuhWald verpachten, das die Waldbegräbnisstätte betreiben soll. Pro Baum sollen zehn Urnenbestattungen möglich sein. Dabei werden ausschließlich biologisch abbaubare Urnen verwendet.

In dieser Zeit werde der Wald nicht bewirtschaftet, so Günter Bischoff, Vorsitzender der Forstgenossenschaft. Das Areal eigne sich noch besser als die Fläche bei Escherode, weil es auf dem Gelände bereits Parkmöglichkeiten gebe und Sichelnstein gut über die Autobahn zu erreichen sei, so Bischoff.

Von Ekkehard Maaß

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