Bissige Staffordshire-Terrier: Wurden sie getötet statt vermittelt?

Die beiden vom Staufenberger Ordnungsamt sichergestellten Staffordshire-Terrier sind nach HNA-Informationen nicht anonym vermittelt, sondern verbotenerweise eingeschläfert worden.

Die beiden Tiere waren im April 2009 sichergestellten worden, ihre Spezialunterbringung kostete die Gemeinde über 30.000 Euro.

Die offizielle Version im Staufenberger Rathaus: Die Tiere wurden vermittelt. Bürgermeister Bernd Grebenstein (parteilos), damals noch nicht im Amt, hatte auf Anfrage der HNA erklärt, die Tiere seien an einen neuen Halter gegeben worden, der allerdings anonym bleiben wolle. Dass die beiden Hunde tot sein könnten, verblüffte Grebenstein am Dienstag am Telefon gegenüber der HNA: „Da höre ich jetzt das erste Mal von.“

Volker Zimmermann

Nach HNA-Recherchen wurden die Hunde am 16. Mai 2013 von einem Mitarbeiter des Staufenberger Gemeindeservice bei der Spezialpension in Liebenau (Kreis Kassel) abgeholt und danach von einem Tierarzt eingeschläfert. Der Auftrag zum Abholen wurde vom damaligen Bürgermeister Volker Zimmermann (CDU) erteilt. Einer der Staffordshire-Terrier, die einem Mann aus Kassel gehörten, hatte im Ortsteil Uschlag eine junge Frau angefallen. Das Veterinäramt Göttingen hatte die Tiere nach dem Vorfall gleichwohl als „nicht grundsätzlich gefährlich“ eingestuft.

Vier Jahre lang waren der Rüde und die Hündin im Hochsicherheitstrakt der Pension von Uwe Bräuer in Liebenau untergebracht. „Man sagte mir, sie sind vermittelt worden“, berichtete Bräuer. Allerdings habe sich zuvor nie ein Interessent die Hunde angesehen oder sich nach ihnen erkundigt.

Ex-Bürgermeister Zimmermann war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Britta Waldmann

Rubriklistenbild: © dpa

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