Wer bringt Mahmout (6) nachmittags in den Kindergarten?

Hilfe für Familie Ramadan: Dietrich Hoffmann (links) unterstützt Rateb Ramadan (Mitte), der mit seiner Tochter Maram (2.v.li.) und seinem sechsjährigen Sohn Mahmout in Speele lebt. Unser Bild zeigt sie mit Heike Schirmer, Leiterin des Kindergartens in Landwehrhagen, und Erzieherin Nadine Wedel (re.). In Landwehrhagen geht Mahmout jetzt in die Nachmittagsbetreuung. Foto: Maaß

Speele. Der sechsjährige Flüchtlingsjunge aus Syrien hat einen Platz in der Nachmittagsbetreung in Landwehrhagen. Aber er braucht Helfer, die ihn fahren. Es fährt kein Bus.

Der Anfang ist gemacht. Die ersten sieben Helfer stehen bereit, um den sechsjährigen Flüchtlingsjungen Mahmout nachmittags von Speele zur Betreuung in den Kindergarten nach Landwehrhagen zu fahren.

Die Zahl der Fahrer reiche aber längst noch nicht aus, sagte Dr. Dietrich Hoffmann (71) aus Nieste, der sich in der Region für Flüchtlinge engagiert und den Fahrdienst organisiert. „Es gibt noch zu viele weiße Flecken auf meinen Fahrdienstplan.“

Das Diakonische Werk Hann. Münden, das sich im Auftrag des Landkreises Göttingen um Flüchtlinge in der Region kümmert, habe ihn auf die Familie Ramadan in Speele aufmerksam gemacht, sagt Hoffmann. Zusammen mit seinem Vater Rateb und seiner 20-jährigen Schwester Maram lebt Mahmout dort seit einigen Wochen. Sie sind vor dem Bürgerkrieg aus Syrien geflohen. Die Mutter ist mit drei Kindern in Damaskus geblieben.

Zu den ersten Dingen, um die er sich gekümmert habe, sei ein Kindergartenplatz für Mahmout gewesen, sagt Hoffmann. Es sei aber auf die Schnelle nur ein Betreungsplatz am Nachmittag von 13 bis 17 Uhr möglich gewesen. Anders als am Vormittag fährt dann aber kein Bus mehr von Speele nach Landwehrhagen. Ein Auto habe die Flüchtlingsfamilie natürlich nicht.

Sprache lernen

Im Sommer soll Mahmout in die Schule in Landwehrhagen gehen. Dann stelle sich das Problem nicht mehr. Es gehe also nur um einen Zeitraum von etwa sechs Wochen. Für den Jungen sei es wichtig, wenn er bis dahin mehr Kontakt mit anderen Kindern habe, und auch beginne, die Sprache zu lernen.

Dafür müsse er vor allem regelmäßig kommen, sagt Heike Schirmer, Leiterin des Evangelischen Kindergartens Landwehrhagen. Allein schon beim Spiel miteinander lernten Kinder die Sprache. Mahmout sei ein aufgeschlossener Junge. Der Kindergarten habe bereits Erfahrungen mit Kindern, die zu Beginn ihres Besuchs kein Wort Deutsch sprachen.

Die Gemeinde Staufenberg unterstützt Hoffmann bei seinen Bemühungen, einen Fahrdienst aufzubauen. So werden der Fahrer und die Insassen bei den Fahrten über die Gemeinde versichert. Und der Landkreis Göttingen, der der Familie die Wohnung in Speele zugewiesen hat, hat inzwischen zugesagt, die Fahrtkosten in diesem Einzelfall im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes zu übernehmen. (ems)

Kontakt und Information:

Wer sich am Fahrdienst für Mahmout von Montag bis Freitag (13 und 17 Uhr) von Speele in den Kindergarten nach Landwehrhagen und zurück beteiligen möchte, wird gebeten, sich bei Dietrich Hoffmann zu melden. Er organisiert die Fahrten. Zudem würden noch Kindersitze benötigt. Hoffmann ist erreichbar unter 05605/91061. E-Mail: waldidi@arcor.de. Bitte hinterlassen Sie E-Mail-Anschrift und Telefonnummer.

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