CDU: Aldi wäre für die Gemeinde wie ein Sechser im Lotto

Bürgermeister: Nein zu Aldi ist ein herber Rückschlag

Blick auf Lutterberg mit dem Gewerbegebiet: Die Fläche im Vordergrund rechts (vom Waldbrand bis zum Feldweg) ist Teil des bisher vorgesehenen Areals für das Zentrallager von Aldi Nord. Archivfoto: Mühlhausen 

Staufenberg. Im Rathaus und im Rat der Gemeinde Staufenberg ist die Enttäuschung über das Nein der Kirchengemeinde Lutterberg groß.

Bürgermeister Bernd Grebenstein (parteilos) hat das Nein des Lutterberger Kirchenvorstands zum Verkauf des kircheneigenen Grundstücks für den Bau eines Aldi-Zentrallagers bei Lutterberg als herben Rückschlag für die Zukunft Staufenbergs bewertet.

Damit sei eine gute Chance vertan, den hohen Investitionsstau in Schulen, Kindergärten, bei der Feuerwehr und den Straßen gegenzufinanzieren, sagte er mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen, mit denen nun nicht mehr gerechnet werden kann.

„Ich respektiere die Entscheidung, frage mich aber, ob der Kirche die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst gewesen ist“, so Grebenstein weiter. Nach dem Nein ist das Projekt am geplanten Standort nicht mehr realisierbar.

Auch die Staufenberger CDU nennt das Nein der Kirche einen Rückschlag für Staufenberg. „Gerade für meine und die nachfolgenden Generationen ist diese Entscheidung ein großer Rückschlag“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Bornmann (27) vor dem Hintergrund der defizitären Haushaltslage.

„Staufenberg generiert jährlich mehrere hunderttausend Euro neue Schulden und schiebt mit Straßen, Feuerwehren und Schulen einen millionenschweren Investitionsstau vor sich her und das trotz größter Sparanstrengungen. Aldi wäre für die Gemeinde wie ein Sechser im Lotto.“

Vorsitzender Frank Winkelmeyer spricht von einer „gravierenden Fehlentscheidung“ des Kirchenvorstands.

Jetzt muss die Lage ganz neu überdacht und analysiert werden, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerd Hartung. Das Votum des Kirchenvorstandes müsse die Politik nun akzeptieren und damit umgehen.

Die Entscheidung sei schade für die Entwicklung der Gemeinde, so die SPD-Fraktionsvorsitzende Ruth Tischer. Jetzt müsse geprüft werden, ob es für das Projekt noch eine andere Möglichkeit in Staufenberg gibt.  

Das sieht auch Bürgermeister Grebenstein so und kündigte die Suche nach einem alternativen Standort in der Gemeinde an. Zugleich räumte er aber ein, dass die Chance sehr gering dafür sei. Der in der vergangenen Woche vom Gemeinderat gefasste Beschluss zur Erweiterung des Lutterberger Gewerbegebiets liege jetzt erstmal auf Eis, so Grebenstein. Das Projekt Aldi am vorgesehenen Standort bei Lutterberg sei nach dem Nein der Kirche nicht mehr realisierbar.

Von einer vertanen Chance spricht auch Marcel Vogeley, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Staufenberg (UWG), auch wenn er die Beweggründe verstehen könne.

Die Fraktion der Grünen war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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