Mit zehn zur Feuerwehr

Dominic Fenske ist neuer Chef der Staufenberger Brandschützer

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Er hat jetzt das Kommando: Unser Bild zeigt Dominic Fenske im Feuerwehrgerätehaus in Uschlag auf dem Einsatzleitwagen der Staufenberger Gemeindefeuerwehr. 

Er ist praktisch Feuerwehrmann von klein auf: Dominic Fenske zog es schon im Alter von zehn Jahren zur Feuerwehr. Seit Anfang des Jahres ist der 29-jährige Löschmeister nun kommissarischer Chef der Staufenberger Brandschützer.

Die Ortsbrandmeister und ihre Stellvertreter haben ihn während einer außerordentlichen Versammlung zum neuen Gemeindebrandmeister gewählt.

Er ist Nachfolger von Stefan Kuhn, der das Amt zum Ende des vergangenen Jahres nach über 13 Jahren aus persönlichen Gründen niedergelegt hat. Fenske bekleidet das Amt zunächst kommissarisch, weil ihm noch ein Lehrgang zum Zugführer fehlt, der für die Tätigkeit als Gemeindebrandmeister absolviert werden muss.

Dass Fenske zur Feuerwehr kam, begann letztlich vor vielen Jahren mit einem Einsatz in Dassel im Landkreis Northeim, wo der 29-Jährige aufgewachsen ist. Ein Baum war umgestürzt und die Dasseler Feuerwehr war mit schwerem Gerät einschließlich Drehleiter angerückt. Der neunjährige Dominik schaute den Feuerwehrleuten fasziniert zu. Als der Ortsbrandmeister auf ihn aufmerksam wurde, lud er ihn ein, doch zur Jugendfeuerwehr zu kommen, wenn er zehn sei. „Er hat mich direkt angeworben“, sagt Fenske, der dem Ruf dann auch später folgte. Mit 16 Jahren wurde er in die Einsatzabteilung übernommen.

Es war aber nicht nur die Faszination der Technik, die ihn für die Feuerwehr begeisterte. Hinzu kam die Motivation, anderen Menschen in Notlagen beizustehen. Das spiegelt sich auch in seiner Berufswahl wider. Nachdem er am Gymnasium in Dassel die Fachhochschulreife erworben hatte, begann Fenske im August 2009 eine Ausbildung zum Rettungsassistenten an der Johanniter-Akademie in Hannover. Es folgte von Oktober 2010 bis Oktober 2011 der praktische Ausbildungsabschnitt, das Anerkennungsjahr, beim Arbeiter-Samariter-Bund Kassel-Nordhessen.

Als die Berufsfeuerwehr Kassel 2013 Rettungssanitäter suchte, bewarb er sich dort und wurde auch eingestellt. In dem Jahr zog er nach Uschlag. „Ich wollte ländlich wohnen“, sagt Fenske. Und da habe sich Staufenberg mit seiner Lage zwischen seiner alten Heimat und seiner neuen Arbeitsstelle angeboten.

2013, im September, trat er auch in die Feuerwehr Uschlag ein und wurde bald dort Gruppenführer. Bei der Kasseler Berufsfeuerwehr absolvierte er im November 2017 dann die Weiterbildung zum Notfallsanitäter, seit dem Wintersemester 2018 studiert er berufsbegleitend „Paramedic B.Sc.“ mit dem Schwerpunkt „Management im Rettungsdienst“ an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften am Campus Wolfsburg. Damit will er sich für Leitungsaufgaben in Katastrophenschutzbehörden qualifizieren.

Erste Kontakte zur Führungsebene der Staufenberger Feuerwehr knüpfte er mit der Übernahme des Amtes als Funkbeauftragter für die Gemeindewehr. Einmal Leiter einer Feuerwehr zu sein, sei ein lang gehegter Traum von ihm gewesen, sagt Fenske. So bewarb er sich dann auch, unterstützt von Uschlags Ortsbrandmeister Dieter Stein, für den Posten des Gemeindebrandmeisters, nachdem Stefan Kuhn sein Amt niedergelegt hatte.

Zu seinen obersten Zielen gehöre es, die zehn Staufenberger Ortsfeuerwehren nach Möglichkeit zu erhalten. Sie seien nicht nur aus Gründen des Brandschutzes wichtig für die Dörfer, sondern hätten auch zentrale gesellschaftliche Aufgaben, gerade auch vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Vereine gebe. Zudem sollten Brandschützer für die Bevölkerung vor Ort präsent sein. Es werde künftig einen Arbeitskreis geben, der dies auch bei einer angespannten Haushaltslage der Gemeinde sichern soll. Ein weiteres wichtiges Ziel sei die Werbung neuer Mitglieder und die Öffentlichkeitsarbeit. Auch dies diene letztlich dem Erhalt der Standorte.

Von besonderer Bedeutung ist für Fenske zudem die Kinder- und Jugendwehr. Die Mädchen und Jungen lernten dort nicht nur Ordnung und Disziplin, sondern auch, Verantwortung zu übernehmen und für andere Menschen da zu sein.

Für ihn sei die Zeit in der Jugendwehr entscheidend für seine Persönlichkeitsentwicklung gewesen, sagt Fenske, der Feuerwehrmann aus Leidenschaft.

Zur Person

Dominik Fenske (29) wuchs in Dassel (Landkreis Northeim) auf. Der Vater eines fünfjährigen Jungen lebt seit 2013 in Uschlag, nachdem er bei der Berufsfeuerwehr Kassel als Rettungssanitäter angestellt wurde. Dort arbeitet er, inzwischen als Notfallsanitäter, bis heute. Seit 2013 ist er auch Feuerwehrmann in Uschlag, insgesamt blickt er auf 19 Feuerwehrjahre zurück.

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