Angeklagte: „Dass das so passiert, wollte ich nicht”

Schlägerei im A7: 600 Euro Schmerzensgeld für eingeschlagenen Zahn

Staufenberg. 600 Euro Schmerzensgeld muss ein Mann aus Kassel einem Staufenberger zahlen. Der 20-Jährige hatte sein Opfer im Musikpark „A7" erheblich im Gesicht verletzt.

Der 20-Jährige war von der Staatsanwaltschaft Kassel wegen der Tat am 1. Mai 2015 wegen Körperverletzung angeklagt.

Das Verfahren wurde vom Amtsgericht Kassel eingestellt, nachdem sich der Angeklagte zur Zahlung des Schmerzensgeldes bereit erklärt hatte. Dies hatte Richter Jan Pree vorgeschlagen. Das Geld erhält das Opfer aus dem sogenannten Opferfonds. Der 20-Jährige, der das Fachabitur und eine Ausbildung anstrebt, muss dafür gemeinnützige Arbeitsstunden leisten.

„Ich bin nicht der Typ, der schlägt”, sagte der Angeklagte, gab aber zu, „sehr betrunken” gewesen zu sein. Er beteuerte mehrfach, dass ihm die Körperverletzung leid tue: „Dass das so passiert, wollte ich nicht.” Er habe sich bei dem Kontrahenten vor Beginn der Verhandlung entschuldigt.

In der Disko war es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, berichteten die Beteiligten. Der Staufenberger („Ich hatte ein paar Bier getrunken”) berichtete, der Angeklagte habe seinen Cousin angeschubst, als man nach Hause wollte. Er sei dazwischen gegangen und ins Gesicht geschlagen worden. Ihm sei ein Schneidezahn herausgeschlagen worden, er habe ein blaues Auge „und überall Prellungen” davon getragen und Schmerzen gehabt. Er habe sich noch in der Nacht vom Notfall-Zahnarzt behandeln lassen.

Der Richter fragte, ob es vor der Auseinandersetzung Beleidigungen wie Hurensohn gegeben habe. „Ich habe keine Beleidigung ausgesprochen”, erklärte der Straufenberger. In der Schule habe er Streitschlichter gelernt.

„Brauchen wir eine Verurteilung? Nein”, so der Richter. Vorrang habe hier „die erziehende Sanktion”. Die vorgeschlagenen 600 Euro hielt auch der Staatsanwalt für „durchaus angemessen”. Am Ende rief der Richter dem 20-Jährigen, der als Nebenjob in einem Getränkemarkt arbeitet, zu: „Ich hoffe, dass wir uns nicht mehr wiedersehen. Nutzen Sie Ihre Chance.”

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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