Plastikdeckel können ein Leben retten

Schüler und Lehrer der Hermann-Gmeiner-Schule sammeln für guten Zweck

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Fleißige Sammler: Die Schüler der 3b haben im vergangenen Jahr besonders viele Kunststoffdeckel in die Sammelbox geworfen. Mit Schulleiter Kilian Schröder und Silke Kuri, Vorsitzende des Förderkreises, fiebern sie nun der ersten Abgabe bei der Sammelstelle entgegen .  

Landwehrhagen. An der Hermann-Gmeiner Schule dreht sich alles um Mehrwegflaschen. Genauer gesagt: Um deren Deckel aus Kunststoff. Denn 500 davon können einem Kind in einem Entwicklungsland eine Impfung gegen Kinderlähmung ermöglichen.

„Deckel gegen Polio“ heißt die bundesweite Aktion, an der sich auch die Hermann-Gmeiner-Schule beteiligt. 36000 Deckel haben Schüler und Lehrer bereits gesammelt. Damit können 72 Kinder in Entwicklungsländern gegen Kinderlähmung geimpft werden.

Seit einem Jahr schrauben Schüler und Lehrer der Grundschule nun schon Deckel von Flaschen. Den Impuls dazu gab Silke Kuri, Vorsitzende des Förderkreises der Hermann-Gmeiner-Schule. Sie war an ihrem Arbeitsplatz im Rheinland auf die Aktion aufmerksam geworden. Überzeugt von der Idee, sich zugleich sozial wie auch ökologisch zu engagieren, konnte sie auch ihre Kinder für die Sammelaktion begeistern. „Jeder einzelne Deckel zählt“, sagte Silke Kuri.

Zunächst habe ihre ältere Tochter mit den Messdienern der katholischen Kirche Hann. Münden begonnen, Flaschendeckel zusammenzutragen. Angespornt von den Ambitionen der großen Schwester trug Kuris jüngere Tochter Jette die Idee in ihre Klasse an der Hermann-Gmeiner-Schule.

Als Lehrer und Schulleiter das Engagement von Jette und ihren Mitschülern bemerkten, wurde die Aktion schließlich zum Schulprojekt. „Da Hermann Gmeiner nicht nur der Namensgeber unserer Schule, sondern auch der Gründer der SOS-Kinderdörfer ist, passte die Aktion gut in unser Konzept“, erläuterte Schulleiter Kilian Schröder.

Säckeweise brachten die Grundschüler im vergangenen Jahr ihre Ausbeute Woche für Woche zur Sammelbox im Schulflur. Das Einwerfen der Deckel ist für viele Kinder längst zum Ritual vor dem Unterricht geworden, erzählte Schulleiter Schröder. Teilweise gebe es auch einen Wettbewerb unter den Schülern, wer die meisten Deckel sammelt.

„Die Kinder waren sehr erfinderisch, um an möglichst viele Deckel zu kommen“, erzählte Silke Kuri. So hätten die Grundschüler beim örtlichen Supermarkt und Gaststätten sowie auf Sportveranstaltungen darum gebeten, die Deckel von den Flaschen schrauben zu dürfen.

Nach einem Jahr gibt die Hermann-Gmeiner-Schule die gesammelten Deckel nun Anfang Januar das erste Mal bei der nächstgelegenen Sammelstelle ab. Dort werden sie bis zum Verkauf gelagert. Damit ist die Aktion an der Grundschule aber nicht abgeschlossen: Auch nach der Abgabe wollen Schüler und Lehrer weiter fleißig Deckel sammeln, um Kinder in Entwicklungsländern vor Kinderlähmung zu schützen.

Sammelstellen gesucht

Silke Kuri weist darauf hin, dass für die Aktion „Deckel gegen Polio“ noch Sammelstellen zur Lagerung der Flaschendeckel gesucht werden. Bei der Sammelbox in der Hermann-Gmeiner-Schule handelt es sich lediglich um eine Abgabestelle, die nicht darauf ausgelegt ist, große Mengen Deckel über einen längeren Zeitraum zu lagern. In Hann. Münden und Staufenberg gibt es dem Verein Deckel drauf zufolge keine Sammelstelle, die nächstgelegene Station befindet sich in Kassel. Als Sammelstellen eignen sich alle Einrichtungen, die Platz für sogenannte Bigbags, große Behälter mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1300 Liter, bieten. Das können zum Beispiel Supermärkte, aber auch Feuerwehren sein. 

Weitere Informationen unter www.deckel-gegen-polio.de.

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