„Dem neuen Besitzer wurde Anonymität zugesichert“

Staufenberg vermittelt sichergestellte Staffordshire-Terrier

Ein American Staffordshire: Zwei dieser Tiere waren nach einer Beißattacke im April 2009 in Uschlag in Gewahrsam genommen worden. Foto: Archiv

Staufenberg. Nach einer Beißattacke im April 2009 in Uschlag waren zwei Staffordshire-Terrier aus Sicherheitsgründen von der Gemeinde Staufenberg in Gewahrsam genommen worden.

Mehrere Jahre musste die Gemeinde über 7000 Euro jährlich für die Unterbringung der beiden Hunde aufbringen.

Wie berichtet, waren bis Ende 2012 bereits über 30.000 Euro für die Unterbringung der vom Veterinäramt des Landkreises Göttingen nicht als grundsätzlich gefährlich eingestuften Hunde angefallen - und es bestand auch keine Chance, das Geld vom ehemaligen Halter der Tiere, der in Kassel wohnen soll, zurückzubekommen.

Zu dieser Zeit waren sie in der Hundepension von Uwe Bräuer in Liebenau (Landkreis Kassel) untergebracht.

Auch ein Versuch, die Tiere Ende 2012 mit Hilfe einer Anzeige im Mitteilungsblatt der Gemeinde zu vermitteln, brachte damals nicht den gewünschten Erfolg. Wortlaut der Anzeige: „Die Gemeinde Staufenberg verschenkt zwei American Staffordshire Terrier“.

Vier Jahre lang interessierte sich niemand für die Hunde und es dürften Kosten von rund 40.000 Euro entstanden sein, was die Gemeinde jedoch nicht bestätigen wollte.

Als im Zuge einer anderen Recherche die Sprache auf die sichergestellten Hunde kam, erklärte Staufenbergs Pressesprecherin Janine Herr: „Die Tiere sind anonym vermittelt worden.“ Wann das war, in welchem Umkreis sie untergekommen sind und ob sie gemeinsam ein neues Zuhause gefunden haben, darauf gibt man im Rathaus keine Antwort. Die Erklärung: „Dem neuen Besitzer wurde Anonymität zugesichert.“

Uwe Bräuer, der die beiden Hunde bis Mai 2013 in seiner Hundeschule und Pension betreute, erinnert sich: „Am 16. Mai 2013 wurden beide Hunde von der Gemeinde abgeholt. Man sagte mir, sie sind vermittelt worden.“ Die neuen Besitzer habe er nie getroffen, es sei auch niemand zuvor bei ihm gewesen, um die Hunde kennenzulernen.

Grundsätzlich habe er es schon immer für möglich gehalten, die Hunde wieder zu vermitteln - daran habe er in seiner Hundeschule gearbeitet. Besonders bei dem Rüden komme es aber darauf an, dass er in die richtigen Hände komme. Ob dies nun der Fall ist - das lässt die Gemeindeverwaltung offen. (zbw)

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