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Abenteuerliche Tour durch Afrika: Jürgen Specht fuhr mit seinem Peugeot 504 durch die Wüste

Das Bild stammt von Leser Jürgen Specht der in den 1980er Jahren in der Sarah unterwegs war. Zu sehen sind fünf Autos, die schwer beladen sind, davor liegen fünf Männer im Sand.
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Die Reise von Jürgen Specht führte ihn in den 1980er-Jahren mitten durch die algerische Sahara. Das Foto wurde laut Specht irgendwo in der Wüste aufgenommen.

Sommer – das steht neben Sonne, Eis und Grillen im Garten für viele Leser für die schönste Zeit des Jahres, die private Urlaubsreise. In diesem Sommer, in dem Urlaub nicht ohne Einschränkungen möglich sein wird, sammeln wir Ihre besonderen Reiseerlebnisse. Den Anfang macht Jürgen Specht aus Staufenberg, der uns von seinem abenteuerlichen Trip durch Afrika mit dem Auto berichtet hat.

In den 1980er-Jahren hielt sich Specht im deutsch-belgisch-niederländischem Grenzgebiet auf, um auf dem Flohmarkt Dinge zu kaufen, die es in Kassel nicht gab. Im Laufe der Zeit habe sich eine Freundschaft zu einer Gruppe von Leuten entwickelt. An einem durchzechten Wochenende sei dann spontan die Idee entstanden, eine gemeinsame Reise nach Afrika zu unternehmen.

Staufenberger wollte in den 1980ern nach Afrika reisen

Gesagt, getan: Da keiner der Gruppe aber wirklich Geld hatte, entschied sich die Gruppe, mit dem Auto zu fahren. Das Ziel: die Stadt Lomé im westafrikanischen Togo. Togo erschien Jürgen Specht damals als lohnenswerter Ort, schließlich war das Land einst Teil einer deutschen Kolonie. Damit war der Zielort bestimmt. Es sollte aber alles ganz anders kommen. An einem trüben Februartag 1983 war es so weit: Jürgen Specht stieg in seinen Peugeot 504. „Der TÜV ist eigentlich schon abgelaufen, aber bis nach Afrika wird es die alte Karre schon schaffen“, habe er damals gedacht, schreibt Jürgen Specht.

Mit dem Auto ging es zunächst ins niederländische Heerlen, um die Freunde abzuholen. Gepäck wurde getauscht, Ersatzteile eingeladen, bevor es am folgenden Tag mit mehreren Autos im Konvoi durch Belgien und Frankreich bis nach Marseille weiterging. Dort wartete die Fähre nach Algier.

Autoreparatur in der Oasenstadt In Salah: Die Tour durch die Wüste verlief nicht ganz reibungslos.

Die Fähre hatte einen Motorschaden - So führt die Reise nach Algerien

Auf dem Meer wurde es plötzlich still: „Die Fähre hatte einen Motorschaden und trieb zunächst steuerlos im Mittelmeer“, berichtet Specht. Nach einer gefühlten Ewigkeit sei es weiter gegangen und das Schiff habe schließlich in Algier festgemacht. Über das Atlasgebirge ging es weiter in die Oasenstadt Ghardaia am nördlichen Rand der Wüste Sahara. Nach dem Frühstück fuhr die Gruppe gen Süden. Doch dann – die erste Panne. Specht schildert sie lebhaft: „Auf der in diesem Streckenabschnitt noch sehr gut ausgebauten Asphaltpiste platzt einem uns entgegenkommenden Toyota Landcruiser der Reifen. Ich sehe das andere Auto auf uns zukommen. Es knallt. Wir rollen uns seitlich über das Dach ab. Ich weiß nicht, wie oft wir uns überschlagen haben. Ich bin zu diesem Zeitpunkt Beifahrer. Die Autotür lässt sich nicht öffnen. Ich klettere durch die zerstörte Frontscheibe. Die Motorhaube färbt sich rot. Nasenbluten.“

Ein Unfall kommt dazwischen

Dabei kam Jürgen Specht noch glimpflich davon: Er habe sich nur Schnittwunden zugezogen, sein Fahrer und der algerische Unfallverursacher seien in ein Krankenhaus gebracht worden, schreibt Specht. Als Beifahrer von Peggy, einer netten Holländerin, sei es weiter nach Tamanrasset gegangen. Bei der Ortschaft „In Ekker“ unterbrach wolkenbruchartiger Regen die Weiterfahrt. Ein sonst trockenes Flussbett, ein sogenanntes Wadi, war vollgelaufen. Während es für die Autos der Gruppe nach einiger Zeit weitergegangen sei, seien einige Lastwagen im Schlamm stecken geblieben.

Nach vielen Tagen Rückstand in der Zeitkalkulation habe die Gruppe schließlich Tamanrasset erreicht, schreibt Specht. Hier endet sein Bericht, es sei aber noch viel mehr passiert, schreibt uns Leser Jürgen Specht.

Wir suchen für unsere Sommerserie Ihre Urlaubserfahrungen und -erinnerungen.

Welche skurrilen Erlebnisse hatten Sie in anderen Ländern? Was unterscheidet den Urlaub früher und heute? Welche Corona-Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie uns entweder per E-Mail an hann.muenden@hna.de oder per Post an die Redaktionsadresse: Kirchstraße 3, 34346 Hann. Münden. In den kommenden Wochen werden wir einige dieser Geschichten erzählen.

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