851 Millionen Sendungen

DHL Lutterberg: Soviele Pakete wie eine Kette sieben Mal rund um die Erde

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Mitarbeiter der ersten Stunde: Seit zwanzig Jahren arbeiten Gudrun Gebauer (Vellmar), Doris Trautsch (Sichelnstein), Bernd Siemon (Hessisch Lichtenau), Udo Schütz (Schauenburg) und Michael Siebert (Edermünde) im Paketzentrum. Unser Bild zeigt sie (von rechts) mit Ingo Knatz, Leiter des Paketzentrums, an einem alten Arbeitsplatz, an dem viele Mitarbeiter begonnen haben. Modernere Technik hat das Gerät für die Auszeichnung von Paketen längst ersetzt.

Staufenberg. Vor 20 Jahren hat die Post das Paketzentrum in Lutterberg in Betrieb genommen. 851 Millionen Pakete sind seitdem dort über die Bänder gelaufen. In einer Reihe würden sie mehrfach die Erde umrunden.

„Pakete bekommen jetzt Flügel“ hieß die Schlagzeile in unserer Zeitung vor 20 Jahren, als die Deutsche Bundespost im November 1994 ihr „Frachtpostzentrum“ im Lutterberger Gewerbegebiet offiziell in Betrieb genommen hat. 100 Millionen DM hat die Post damals in das „modernste Frachtlogistikzentrum Europas“ investiert.

Der Probebetrieb hatte in Lutterberg bereits einige Wochen früher begonnen. Das erste Paket lief am 10. Oktober über die Bänder. Mittlerweile ist die Zahl auf 851 Millionen angewachsen. „Würde man alle Pakete, die in den 20 Jahren durch das Paketzentrum durchgelaufen sind, aneinander reihen, so könnte man die Erde circa sieben Mal umrunden“, so Rolf Weinhold, Leiter der Kasseler DHL-Niederlassung Brief und auch zuständig für das DHL-Paketzentrum Staufenberg, wie das frühere Frachtpostzentrum heute heißt. Der Anspruch 1994 war, dass das aufgegebene Paket am nächsten, spätestens am übernächsten Tag beim Adressaten sein sollte.

Heute sei mit der immer weiter verfeinerten Technik die Zustellung einen Tag nach der Einlieferung Standard.

Zu den kuriosesten Sendungen, die in den vergangenen zwanzig Jahren über die Bänder in der Halle liefen, gehörte ein Paket, das als Tierfutter deklariert war und auf dem „lebende Tiere“ stand. Es war leicht beschädigt und nach und nach hüpften hunderte Heuschrecken heraus, erinnert sich Gudrun Gebauer aus Vellmar, die seit dem ersten Tag in Lutterberg arbeitet. Ein anderes Päckchen blieb immer wieder auf dem Förderband der automatischen Verteil- und Sortieranlage hängen. Des Rätsels Lösung: Es enthielt einen Magneten, der auf die Eisenteile am Band reagierte.

Rund 350 Mitarbeiter arbeiten heute an den Bändern, die meisten mit unbefristeten Teilzeitverträgen. Gegenüber der Anfangszeit habe sich die Zahl damit fast verdoppelt, so Ingo Knatz, Leiter des Paketzentrums. In der Weihnachtszeit werden zusätzliche Kräfte gebraucht. Und die macht sich schon jetzt bemerkbar. Am Montag mussten bereits über 30 000 Sendungen mehr als üblich bearbeitet werden.

Um die 150 000 Pakete werden von Staufenberg aus täglich in die Welt verschickt, im Weihnachtsgeschäft wird sich die Zahl verdoppeln.

Rechnet man auch die Pakete hinzu, die in Staufenberg ankommen und hier an Kunden verteilt werden, kommt etwa eine halbe Million pro Tag zusammen.

Von Ekkehard Maaß

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