So wird in Pusztaszabolcs in Ungarn gefeiert

Weihnachten in Staufenbergs Partnerstadt: Mit Mikulás und Krampus

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Nikolaus auf Tour in Pusztaszabolcs: An seiner Seite sitzt Krampus, ein kleiner Teufel, der mit unserem Knecht Ruprecht vergleichbar ist.

Staufenberg/Pusztaszabolcs. In Staufenbergs Partnerstadt Pusztaszabolcs reist der Nikolaus zusammen mit einem Teufelchen durch die Lande. Aber es gibt noch mehr weihnachtliche Besonderheiten.

Pusztaszabolcs - damit verbinden viele Staufenberger Jugendliche Sommerzeit und Ferienspaß. Seit dem Jahr 2000 ist die kleine ungarische Stadt südlich von Budapest Partnergemeinde von Staufenberg. Jedes Jahr fahren Mädchen und Jungen in den Ferien dorthin, aber die Weihnachtszeit in Pusztaszabolcs kennt wohl kaum jemand in Staufenberg.

Timea Darvas (39)

Wie bei uns kommt dort am 6. Dezember der Nikolaus, der dort Mikulás heißt. Allerdings ist er mit einem Gefährten unterwegs, den hier keiner kennt. Die Rolle des Knecht Ruprecht, der bei uns auch höchst selten mal erscheint, nimmt dort „Krampus“ ein, der wie ein kleines Teufelchen aussieht und die unartigen Kinder tadelt. In Pusztaszabolcs sitzt er neben Mikulás auf dem Schlitten oder der Kutsche, wenn der Nikolaus, in die Kindergärten und Schulen fährt, um dort kleine Geschenke zu verteilen. In die Kostüme schlüpfen engagierte Menschen aus Pusztaszabolcs.

Gänzlich unbekannt ist hier der Luca-Tag, den die Ungarn am 13. Dezember feiern und damit die Weihnachtszeit einläuten. „An diesem Tag gehen die Kinder von Haus zu Haus, sagen Reime auf oder singen, dafür bekommen sie dann kleine Geschenke“, berichtet Timea Darvas (39), die viele Jugendliche aus Staufenberg kennen werden, weil sie im Rathaus von Pusztaszabolcs auch den Jugendaustausch mit Staufenberg organisiert. Bei den Gegenbesuchen aus Pusztaszabolcs kommt sie als Dolmetscherin auch mit nach Staufenberg.

„Salonzuckerl“ am Baum 

Die Christbäume werden in Ungarn mit besonderen Leckereien geschmückt. „Salonzuckerl“ (Szaloncukor) heißt diese Spezialität. Früher waren dies in Seidenpapier gewickelte Zuckerstücke. Heute sind es industriell gefertigte bunt eingewickelte Weihnachtsbonbons und -pralinen mit den verschiedensten Füllungen und Geschmacksrichtungen. Ihren Namen hat diese Weihnachtsleckerei dadurch erhalten, dass der Weihnachtsbaum in der Regel im Salon, der guten Stube, stand.

An Heiligabend wird Timea Darvas ihrem Mann und ihrem elfjährigen Sohn Fischsuppe aus Karpfen servieren, das ist in vielen ungarischen Familien Tradition. Und zum Nachtisch kommen Beigel auf den Tisch, ein Gebäck mit Mohn- oder Nussfüllung, ebenfalls eine ungarische Spezialität.

Auf weiße Weihnachten müssen die Menschen in diesem Jahr auch in Pusztaszabolcs verzichten. Die Temperaturen erreichen Werte um die sechs Grad. Der Himmel ist bedeckt.

Der Luca-Tag 

Mit dem Luca-Tag am 13. Dezember beginnt in Ungarn die Weihnachtszeit. Es ist ein Tag, um den sich viele Geschichten ranken und früher verschiedene Bräuche gepflegt wurden. So begannen an diesem Tag die Menschen auf dem Land früher damit, einen „Luca-Stuhl“ zu bauen. Jeden Tag kam ein Teil hinzu. An Heiligabend musste er fertig sein. In der Christmette stellte man sich dann auf ihn. Es hieß, so könne man böse Hexen vertreiben. Dieser Brauch wird heute nicht mehr gepflegt. Kinder ziehen an diesem Tag von Haus zu Haus, sagen Verse auf und singen Lieder.

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