Erstes E-Kennzeichen im Landkreis Göttingen

Tankt Solarstrom: Ihr Elektromotorrad lädt die 16-jährige Kimberly Gundlach ganz bequem an der heimischen Steckdose auf. Zwei Stunden am Netz sorgen für 80 Kilometer Reichweite – für den Schulweg nach Kassel völlig ausreichend. Fotos: Schaffner

Staufenberg. Die 16-jährige Kimberly Gundlach aus Landwehrhagen hat das erste E-Kennzeichen im Landkreis Göttingen.

Seit Ende September vergibt der Landkreis Göttingen E-Kennzeichen, also Nummerschilder speziell für Elektrofahrzeuge. Die Erste, die sich landkreisweit ein solches E-Kennzeichen gesichert hat, war Kimberly Gundlach aus Landwehrhagen - für ihr Motorrad.

„Elektrisch zu fahren macht einfach mehr Spaß“, sagt die Schülerin, „deshalb war klar, dass ich unbedingt sofort ein E-Kennzeichen haben wollte“. Auch wenn sie mit ihren 16 Jahren noch recht jung ist, abwägen kann sie die Vorteile von klassisch betankten und elektrisch betriebenen Motorrädern bereits wie kaum eine Zweite.

Denn Kimberly Gundlach nimmt seit Jahren mit einem Benziner an Motocross-Rennen teil. Unter anderem war sie zweifache Vizemeisterin auf Landesebene und belegte in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften den zwölften Platz.

Seitdem sie jedoch mit einem Elektromotorrad zur Schule nach Kassel fährt, plant sie, künftig auch bei Meisterschaften elektrisch an den Start zu gehen. „Den größten Vorteil sehe ich in der Kraftentfaltung“, sagt sie, „das Drehmoment ist sofort da“. Schließlich hat ihr E-Motorrad weder Kupplung noch Gangschaltung. „An der Ampel bin ich definitiv Schnellste“, sagt sie und lacht.

Der Elektromotor, der in ihrem Fall umgerechnet 15 PS leistet und das Motorrad auf Tempo 120 beschleunigt, habe zudem den Vorteil der geringeren Wartungskosten. „Man hat keine Zündkerzen mehr, kein Ölwechsel, muss auch keine Kolben mehr austauschen.“

Positiv aufs Portemonnaie wirkt sich auch das neue Kennzeichen aus. Wer sein elektrisch angetriebenes Auto oder Motorrad mit dem neuen Nummernschild anmeldet, fährt zehn Jahre steuerbefreit. Zusätzlich genießen Fahrzeuge mit einem „E“ weitere Sonderrechte: Straßenverkehrsämter können für sie besondere Parkplätze an Ladestationen reservieren. Elektrofahrzeuge können von Zufahrtsbeschränkungen und Parkgebühren ausgenommen werden. In größeren Städten dürfen sie zudem Busspuren benutzen.

Hinter all diesen Privilegien steckt das Ziel der Bundesregierung, mehr Anreize für einen Umstieg auf emissionsfreie Elektromobilität zu schaffen. Immerhin hat Angela Merkel das Ziel ausgegeben, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen. Kimberly Gundlach hat ihren Teil schon dazu beigetragen.

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