Mehrfach vorbestraftem Angeklagten droht weiteres Verfahren

Pistole im Schrank und Marihuana-Tüten: Mann zu Haft verurteilt

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Staufenberg/Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat am Mittwoch einen 47-jährigen Mann wegen illegalen Drogenerwerbs und unerlaubten Waffenbesitzes zu drei Jahren Haft verurteilt.

Die Angeklagte Mann aus Staufenberg war Ende August vergangenen Jahres festgenommen worden, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte damals bei einer Wohnungsdurchsuchung in seinem Schlafzimmer unter anderem 135 Gramm Marihuana sowie eine Pistole gefunden, in der ein Magazin mit sechs Patronen steckte. Außerdem fand sich eine Tüte mit 46 weiteren Patronen. Eine waffenrechtliche Erlaubnis besaß er nicht.

Der Prozess dauerte nur zwei Stunden. Dies lag insbesondere daran, dass die Verfahrensbeteiligten im Vorfeld ein Rechtsgespräch geführt hatten, um auszuloten, welches Strafmaß der Angeklagte im Fall eines Geständnisses zu erwarten hätte. Die Kammer stellte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren in Aussicht.

Der Angeklagte räumte daraufhin die Tatvorwürfe weitgehend ein und nannte den Ermittlern auch den Namen des Mannes, der ihn mit den Drogen beliefert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm in ihrer Anklage auch unerlaubtes Handeln mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Dies bestritt der 47-Jährige. Er habe sich das Marihuana nur für den Eigenverbrauch beschafft, sagte er.

Eine psychiatrische Sachverständige bescheinigte dem Angeklagten eine Opiatabhängigkeit. Es sei daher gut möglich, dass er die Drogen gehortet habe, um sich bei Bedarf bedienen zu können. Seine Abhängigkeit sei ihm erst in der Haft bewusst geworden, als sich typische Entzugserscheinungen einstellten.

Nach Ansicht des Gerichts war nicht zu widerlegen, dass er die Drogen nur für sich selbst beschafft hatte. Mit seinem Urteil folgte es dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag gestellt.

Dem bereits mehrfach vorbestraften Angeklagten droht jetzt allerdings noch ein weiteres Verfahren. Die Beamten, die damals seine Wohnung durchsuchten, ermittelten eigentlich wegen eines Raubdelikts in Kassel. Auf der Suche nach möglichen Tatwerkzeugen stießen sie dann in seinem Kleiderschrank im Schlafzimmer auf fünf Marihuana-Tüten und die Schusswaffe. Dieser Zufallsfund brachte dem 47-Jährigen ein zweites Strafverfahren ein, das nun in den Prozess vor dem Landgericht Göttingen mündete. (pid)

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