Straftatbestand: Bodenverunreinigung

Asbestplatten einfach im Kaufunger Wald entsorgt: Polizei ermittelt 

+
Wilder Müll: Förster Helmut Schauf zeigt die asbesthaltigen Eternitplatten am Ameisenweg im Kaufunger Wald. Auffällig ist der schwarze Farbanstrich der Platten. Im Hintergrund liegen Reste von Kunststoffdachrinnen. Das Material sei vermutlich aus den 1950er/1960er Jahren, vermutet Schauf. Der Kunststoff sei schon spröde.

Escherode/Sichelnstein. Unbekannte Täter haben am Ameisenweg nahe der Kohlenstraße Müll wild entsorgt, darunter asbesthaltige Platten und Dachrinnen. 

Umweltfrevel im Kaufunger Wald: Unbekannte Täter haben am Ameisenweg nahe Kohlenstraße und Hühnerfeld asbesthaltige Eternitplatten und Reste von Kunststoffdachrinnen beiderseits des Ameisenwegs in die Landschaft gekippt. Das berichtet der Leiter der Revierförsterei Escherode, Helmut Schauf.

Die Täter müssen den wilden Müll am hellichten Tag „entsorgt“ haben, sagt Schauf. Der Fahrer des Harvesters, der zurzeit in dem Waldstück arbeitet, sei am vorigen Mittwoch morgens am Ameisenweg vorbeigekommen. Da habe noch keine wilder Müll gelegen. Am Mittwochabend habe er den Abfall dann dort entdeckt.

Das Niedersächsische Forstamt hat bei der Polizei Strafanzeige gegen unbekannt erstattet wegen umweltgefährdender Abfallbeseitigung. Schauf: „Das ist eine Straftat, kein Kavaliersdelikt“.

Polizei ermittelt

Die Mündener Polizei hat inzwischen auch die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben von Hagen Riese vom Polizeikommissariat Hann. Münden handelt es sich dabei um eine Straftat, die nach dem Strafgesetzbuch (Paragraph 324a „Bodenverunreinigung") mit einer Strafe von bis zu fünf Jahren Haft oder mit einer Geldstrafe geahndet wird.

Sollte der Verursacher gefunden werden, droht ihm auf jeden Fall ein Verfahren. Zudem wird der Landkreis Göttingen, der nun die Entsorgung des Mülls in die Wege leiten wird, ihm die Kosten in Rechnung stellen.

Revierförster Schauf schätzt, dass es sich etwa um eine halbe Tonne Müll handelt. Auf der Entsorgungsanlage des Landkreises in Dransfeld kostet es derzeit 30 Euro, eine Tonne Asbestzementabfälle zu entsorgen. Die Annahme ist dienstags von 8 bis 14 Uhr.

Das Fazit: Statt in den Wald zu fahren und die asbesthaltigen Platten illegal abzuladen und jetzt ein Strafverfahren zu riskieren, wäre für etwa 15 Euro eine umweltfreundliche Entsorgung möglich gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.