Praxisnachfolge: Ein Internist kommt nach Uschlag

Stabwechsel: Christian Boldt (links) übernimmt von Harry Kluge (rechts) die Landarztpraxis in Uschlag. Unser Bild zeigt die beiden Ärzte zusammen mit den Arzthelferinnen Ramona Sievers (links) und Susanne Wachholz. Foto: Maaß

Uschlag. Christian Boldt (44), Facharzt für Innere Medizin wird Nachfolger des Allgemeinmediziners Harry Kluge, der in den Ruhestand geht.

Viele Patienten kennen ihn bereits. Christian Boldt (44) arbeitet schon seit einigen Wochen an der Seite von Harry Kluge (68), um die Arbeit in der Hausarztpraxis in Uschlag kennenzulernen. Boldt wird Nachfolger des Allgemeinmediziners Kluge, der nach 34 Jahren als Hausarzt in dem Staufenberger Ortsteil in den Ruhestand geht. Zum 1. April wird der 44-jährige Internist die Praxis übernehmen.

„Ich wollte immer in einer Landarztpraxis arbeiten.“

Boldt ist zwar neu in Uschlag, aber die Region kennt er bereits. Zuletzt arbeitete der Facharzt für Innere Medizin am Klinikum Hann. Münden. Der neue Lebensabschnitt ist kein Zufall: „Ich wollte immer in einer Landarztpraxis arbeiten.“ Und so griff er zu, als sich die Gelegenheit in Uschlag bot. Der Kontakt zu den Patienten sei viel intensiver als in einem Krankenhaus, in das die Menschen nur in Extremsituationen kämen und dann wieder entlassen werden.

In einer Praxis erlebe er die Patienten aber mit all ihren kleinen und großen Leiden und lerne auch ihr Umfeld kennen. Das sei ihm sehr wichtig. Neben der Nähe zu den Menschen in ihrem Lebensumfeld sei es das breite medizinische Spektrum, das ihn an dieser Aufgabe reize.

Boldt, aufgewachsen in Springe im Landkreis Hannover, stammt aus einer Kaufmannsfamilie und lernte auch zunächst den Beruf des Industriekaufmanns. Aber dann schlug er eine gänzlich andere Richtung ein.

Arbeit als Rettungssanitäter

Sein Interesse an der Medizin sei über den Zivildienst geweckt worden, sagt Boldt. Dort habe er den Beruf des Rettungssanitäters kennengelernt und anschließend auch die Ausbildung gemacht. Aber er ging noch einen Schritt weiter und studierte an der Universität Göttingen Medizin. Dem Rettungsdienst blieb er auch in dieser Zeit treu.

Uschlag bekommt einen Arzt mit großer Erfahrung, auch in Extremsituationen. Die größte Herausforderung bei der Übernahme der Praxis sei für ihn deshalb auch die bürokratische Seite. In diesen Bereich müsse er sich erst noch einarbeiten, so Boldt.

Unterstützung bekommt er sicherlich von den beiden Arzthelferinnen Ramona Sievers und Susanne Wachholz, die auch künftig die Patienten am Empfang begrüßen werden. Beide arbeiten seit vielen Jahren in der Praxis.

Nach Uschlag ziehen wird der Vater von zwei Kindern im Alter von fünf und zehn Jahren nicht. Dafür sei die Familie zu stark in Göttingen verwurzelt. Zudem sei Uschlag für ihn in einer halben Stunde erreichbar.

Für Harry Kluge beginnt ab April ein Lebensabschnitt, in dem der zweifache Großvater mehr Zeit für die Familie haben wird. Daran habe es in den vergangenen Jahren immer gemangelt.

Oft sei er erst spät nach Hause gekommen. Als Arzt sei man rund um die Uhr im Dienst, sagt der 68-Jährige. Aber bereut habe er seine Berufswahl nie. „Es hat immer Freude gemacht“.

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