Schandfleck in Uschlag: Ist die Ruine bald weg?

Verfällt seit Jahren: Das Gebäude des alten Kindergartens ist seit Jahren ein Schandfleck in Uschlag. 2008 hatte die Gemeinde Staufenberg es für 23.000 Euro ersteigert. Foto: Maaß

Uschlag. Das Gebäude des alten Kindergartens in Uschlag ist seit Jahren ein Schandfleck. Das könnte sich bald ändern. Es gibt einen interessierten Investor.

Die Gemeinde Staufenberg bemüht sich zur Zeit erneut um einen Investor für das Gelände des alten Kindergartens an der Schulstraße in Uschlag. Es würden bereits konkrete Gespräche geführt. Das bestätigte Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein auf Anfrage der HNA.

Konkretere Angaben wollte Grebenstein aus Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen noch nicht machen. Das könnte das Vorhaben gefährden. Er sei hoffnungsvoll, dass für Uschlag eine prestigeträchtiges Projekt verwirklicht werden könne.

Zuletzt hatte die Gemeinde 2010 versucht, einen Investor für das 1900 Quadratmeter große Gelände in unmittelbarer Nähe von Grundschule und Kindergarten zu finden. Gesucht wurde jemand, der bereit ist, dort ein Wohn- und Pflegezentrum für Senioren oder etwas ähnliches einzurichten.

Der Gemeinderat hatte sich gegen den Widerstand des damaligen Bürgermeisters Volker Zimmermann (CDU) durchgesetzt, dass die Gemeinde im Juni 2008 in einem Nachtragshaushalt 50 000 Euro für den Kauf des Geländes bereitstellt. Es sollte für Zwecke der Gemeinde gesichert werden.

Als das Gelände am Mündener Amtsgericht im Oktober 2008 zwangsversteigert wurde, bot die Gemeinde den damaligen Verkehrswert von 23.000 Euro und erhielt den Zuschlag.

Die Sparda-Bank Hessen mit Sitz in Frankfurt hatte die Zwangsversteigerung beantragt. Sie war Gläubigerin des insolventen Vereins Bildungswerk Nahverkehrsbeschäftigter Kassel, der als Eigentümer im Grundbuch eingetragen war. Der Verein hatte auf dem Gelände eine Bildungsstätte geplant.

Chronik der wichtigsten Ereignisse seit dem Kauf:

20. Oktober 2008: Die Gemeinde Staufenberg bekommt bei einer Zwangsversteigerung für den Verkehrswert von 23 000 Euro den Zuschlag für das Gelände des alten Kindergartens an der Schulstraße in Uschlag.

März 2010:  Jetzt ist klar: Eine Sanierung des Gebäudes kann die Gemeinde nicht bezahlen. Eine knappe Million Euro würde sie kosten. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens eines Göttinger Ingenieurbüros, das im Auftrag der Gemeinde das Gebäude unter die Lupe genommen hat.

April 2010: Der Staufenberger Gemeindeservice sichert das Gelände, Eingänge und Fenster werden verbarrikadiert. Vor dem Haus wird ein Schotterparkplatz angelegt.

September 2010: Kein Investor in Sicht. Im September 2010 muss ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Gemeinde- und des Ortsrates Uschlag einräumen, dass alle Versuche fehlgeschlagen seien, einen Nutzer für das Gelände samt Gebäude zu finden.

Dezember 2012: Veto gegen Abriss. Der Vorschlag der Staufenberger Gemeindeverwaltung, den alten Kindergarten noch im kommenden Jahr abzureißen, findet im Finanzausschuss keine Mehrheit. Für den Abriss ist die Verwaltung von Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro ausgegangen.

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