Bürger klagen seit Jahren

Schwarzwildplage in Speele: Frischlinge mitten im Dorf

+
Gefährlich nah dran: Fred Kaduhr stellte ein Schild zur Warnung auf. In dem Gras rechts, einige Schritte weiter nach hinten, liegen die jungen Wildschweine.

„Nun sind wir so weit, dass die Wildschweine ihre Jungen mitten im Wohngebiet zur Welt bringen“, berichtet der Speeler Ortsbürgermeister Fred Kaduhr. Ein neuer Höhepunkt der Plage.

Im Straßenbereich Narzissenweg, Richtung Fuldablick, mitten im Dorf, habe eine Bache ihre Jungen zu Welt gebracht. „Ob noch mehr Bachen hier für Nachwuchs gesorgt haben, bleibt offen“, so Kaduhr weiter. Ein Begehen der Gärten sei zurzeit aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. 

Anlieger und Kinder in dem Wohngebiet seien dahingehend sensibilisiert worden. Kaduhr hat für alle Fälle ein Warnschild aufgestellt.

Bürger beklagen das Schwarzwild-Problem seit Jahren

Schon seit Jahren klagen die Speeler Bürgerinnen und Bürger, dass sich der Kreis um das Dorf herum immer enger ziehe: Schwarzwild zieht in den nächtlichen Ruhezeiten durch das Dorf. Sportplatz, Spielplatz, Friedhof und private Gärten werden umgegraben auf der Suche nach Nahrung (wir berichteten).

Dass jetzt auch noch der Wildschweinnachwuchs mitten im Dorf zur Welt kam, nennt Kaduhr skandalös.

Und: „Nachwuchs kehrt immer wieder zu seiner Geburtsstätte zurück. Wie viele Gespräche hier noch geführt werden sollen, damit endlich eine professionelle Bejagung durchgeführt wird, steht in den Sternen, obwohl dies ein Referent auf Einladung des Landkreises schon vorgeschlagen hatte. Was passiert, wenn Kinder beim Spielen einen Ball aus dem Garten holen wollen und die Bache ihre Jungen schützt?“ fragt Kaduhr. 

Maßnahmenkatalog soll im Herbst vorgestellt werden

Bereits im Mai hatte in Speele ein Treffen stattgefunden mit Bürgern, Fachleuten und dem Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landkreises, Patrick Moritz. 

Zwei Dinge hatten sich damals herauskristallisiert: Die Speeler selbst können nur durch das Entfernen von Deckung den Wildschweinen den Aufenthalt im Dorf weniger attraktiv machen und ringsum müsste das Schwarzwild stärker bejagt werden. 

Ein Maßnahmenkatalog, hatte es im Mai geheißen, solle im Herbst vorgestellt werden. Jetzt wurde Speele von der aktuellen Entwicklung überholt. Das Problem mit den Schwarzkitteln im Dorf hat Speele seit Jahren. Kaduhr macht deutlich, dass es dabei nicht nur um umgegrabene Vorgärten geht, sondern tatsächlich um Gefahrenabwehr. Allerdings fühlt er sich dabei nicht besonders ernst genommen.

Wildschweine sind nach wenigen Monaten geschlechtsreif

Wildschweine paaren sich eigentlich von November bis Januar, im Frühjahr kommen die Frischlinge zur Welt. Allerdings, so heißt es beispielsweise im Internet bei der Deutschen Wildtierstiftung, paarten sich in freier Wildbahn die Schwarzkittel mittlerweile das ganze Jahr. 

Durch milde Winter und ein reiches Nahrungsangebot seien weibliche Frischlinge nach wenigen Monaten selbst geschlechtsreif. Theoretisch könne sich die Zahl der Wildschweine binnen eines Jahres verdreifachen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.