Staufenberger Naturschützer im Einsatz für Kröten

Im Einsatz: Seit 15 Jahren kümmert sich eine ehrenamtliche Gruppe aus Staufenberg darum, Kröten und anderen Amphibien sicheres Geleit zu ihren Laichplätzen zu geben. Foto: Kuri

Staufenberg. Seit 15 Jahren kümmert sich eine ehrenamtliche Gruppe aus Staufenberg um Krötenzäune am Bruchhof bei Landwehrhagen.

Klettern die Temperaturen auf plus sechs Grad, laufen sie wieder, die gemeinen Erdkröten, die Braunfrösche, die Teich- und die Bergmolche. Mit dem Anstieg der Temperaturen erwachen sie aus ihrer Winterstarre und versuchen, das Gewässer aufzusuchen, in dem sie selbst geschlüpft sind.

Um möglichst viele Kröten und Artverwandte schadensfrei über die Verkehrsstraßen zu geleiten, haben Naturschützer jetzt einen 200 Meter langen Krötenzaun entlang der Straße am Bruchhof zwischen Landwehrhagen und Benterode aufgestellt. Das engmaschige Material hat die untere Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt.

Die Amphibien laufen entlang der grünen Zäune. Acht eingegrabene Eimer am Ende der Absperrungen verhindern das Weiterlaufen der Tiere und somit auch das Überqueren der Straße.

Seit 15 Jahren kümmert sich eine ehrenamtliche Gruppe aus Staufenberg um diesen Brennpunkt der Krötenwanderung, mit dem bepflanzten Rückhaltebecken der A7 als Endstation für die Kröten.

Damit die Lurche nicht allzu lange in den Eimern festsitzen, wechseln sich vier von ihnen, Renate Just, Marika Räuschel, Gudrun Weinreich und Christel Schorr, ab, die Eimer zweimal täglich zu kontrollieren.

Bevor die Kröten am Uferrand wieder frei gelassen werden, werden die geretteten Tiere gezählt. „Im letzten Jahr haben wir etwa 2000 Kröten auf diese Art sicher zu ihren Laichplätzen befördert“, so Gudrun Weinreich.

In den kommenden Tagen wird ein weiterer Krötenzaun entlang der Kreisstraße auf einer Länge von etwa 500 Metern vom Landkreis errichtet. Dankbar für die Unterstützung kontrollieren die Naturschützer auch diesen Bereich.

Zum ersten Mal dabei 

Die 18-jährige Jamie Lee Mergard hat sich das erste Mal für dieses Naturschutzprojekt eingesetzt: „Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, und es ist eine sinnvolle Arbeit, die Kröten zu schützen.“

Besonders am frühen Morgen und in der Abenddämmerung bitten die Helfer um besondere Aufmerksamkeit der Autofahrer. Zum einen würde hier und da doch mal eine Kröte den Weg auf die Straße finden, die mit umsichtiger Fahrweise vor dem Tod bewahrt würde. Zum anderen bedeute die Arbeit direkt am Straßenrand auch immer eine erhöhte Gefahr für die Naturschützer.

Wie lange die Wanderung der Kröten dauert, hängt von der Witterung ab, so Marika Räuschel. In der Regel dauere die Suche nach dem Wasser drei Wochen. Die Temperaturwechsel in den vergangen Jahren seien aber auch schon so schwankend gewesen, dass sich die Krötenwanderung acht Wochen lang hingezogen hat. (zsk)

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