Steinberghaus im Kaufunger Wald: Mit einem Windrad oder ohne

Neues Schild in alten Lettern: Nicht nur die Fassade hat Miteigentümer Maximilian Weiland saniert. Das Haus hat auch ein neues Schild erhalten. Steinberghaus heißt es nun, früher stand dort Naturfreundehaus Steinberg. Der Schrifttyp ist aber der gleiche geblieben. Auch das alte Emblem der Naturfreunde hängt noch. Foto: Maaß

Staufenberg. Am Steinberghaus im Kaufunger Wald haben die Eigentümer mit der Sanierung begonnen - unklar ist noch das Konzept. Entscheidend ist die Frage, ob Windkraftanlagen im Wald erlaubt werden.

Maximilian Weiland und Bertram Schäfer aus Witzenhausen, die neuen Eigentümer des früheren Naturfreundehauses Steinberg, haben damit begonnen, das Gebäude zu sanieren. Die Außenfassade ist bereits fertig und erstrahlt in hellem Anstrich. Zudem sind zwölf neue Fenster eingesetzt.

Weiland und Schäfer haben die noch von den Naturfreunden begonnenen Umbauabeiten im Außenbereich so zu Ende gebracht, dass das Gebäude jetzt winterfest ist. Die eigene Wasserversorgung aus einer eigenen Quelle entspricht jetzt den neuesten Standards und im Erdreich vor dem Gebäude liegt ein 20 000-Liter-Tank für Löschwasser mit einem Hydranten für die Feuerwehr. Auch im Inneren ist bereits einiges geschehen. Die Elektrik ist komplett erneuert, im Küchenbereich liegen neue Fliesen.

Unklar ist noch das Nutzungskonzept. Und das hängt davon ab, wie sich der Ausbau der Windkraft in Niedersachsen beziehungsweise im Landkreis Göttingen entwickelt. Sollten wie in Hessen in nächster Zeit auch in Niedersachsen Windkraftanlagen im Wald erlaubt sein, oder es zumindest Ausnahmemöglichkeiten dafür geben, wäre, so Weiland, auch das Gelände am Steinberg ein möglicher Standort. Dann könnte er sich auch den Betrieb eines Windrades am Steinberghaus vorstellen und das Haus selbst als Einkehrmöglichkeit ohne Übernachtung für Tagestouristen und Wanderer öffnen. Das würde sich rechnen. Tagestourismus allein sei kein tragfähiges Konzept. Er geht davon aus, dass Wanderer sich an Windrädern kaum stören würden.

Eine letzte Entscheidung, welchen Weg die Windkraft nehmen soll, hat die Landesregierung aber noch nicht gefällt. Und im Landkreis Göttingen läuft gerade eine kontroverse Diskussion über Windvorrangflächen. Auch die Gemeinde Staufenberg hofft noch auf Flächen im Wald.

Das zweite Konzept wäre der Ausbau des Gebäudes für Feiern und Feste von geschlossenen Gesellschaften mit der Möglichkeit zur Übernachtung. Dafür seien aber auch Investitionen in Schlafräume notwendig. Damit will Weiland aber warten, bis Klarheit herrscht. Denn sollten Windräder am Steinberg erlaubt werden, glaubt er nicht, dass sich diese Geschäftsidee noch trägt. Statt die Ruhe des Kaufunger Waldes, gäbe es die nächtlichen Windradgeräusche. Das würde kaum jemand buchen.

Von Ekkehard Maaß

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