Bissige Terrier wurden tatsächlich von Tierarzt eingeschläfert

Staufenberg. Die beiden Terrier, die 2009 von der Gemeinde Staufenberg sichergestellt worden waren, wurden eingeschläfert. Bürgermeister Grebenstein bestätigte das.

Die beiden bissigen, im Jahr 2009 von der Gemeinde Staufenberg sichergestellten Staffordshire-Terrier, die angeblich an einen anonymen Halter vermittelt wurden, sind tatsächlich vor zwei Jahren von einem Tierarzt eingeschläfert worden. Das teilte Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein jetzt mit und bestätigte damit in diesem Punkt einen Bericht unserer Zeitung.

Bernd Grebenstein

Nach Angaben Grebensteins, der damals noch nicht im Amt war (Bürgermeister war sein Amtsvorgänger Volker Zimmermann), sei dies aber im Einklang mit dem Tierschutzgesetz geschehen. Die Staffordshire-Terrier seien zuvor untersucht worden: „Die Untersuchung der Tiere ergab, dass beide Hunde schwere altersbedingte Arthrose hatten, sich gegenseitig Bisswunden zugeführt haben und schwere psychosoziale Verhaltensstörungen zeigten. Weder ein für die Tiere selbst lebenswertes noch für die Umwelt sicheres und verträgliches Dasein wäre weiterhin möglich gewesen. Daraufhin wurden die Tiere eingeschläfert und erlöst. Dies hat der allein in dieser Sache über Tod und Leben zu befindende Tierarzt sorgfältig und verantwortungsbewusst bewertet und entschieden.“

Anonymer Halter 

Uwe Bräuer

Grebenstein hatte zunächst auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt, dass die Tiere, die 2009 auf einem Feldweg bei Uschlag ein 17-jähriges Mädchen angefallen und gebissen hatten, 2013 aus der Hundepension Apollo in Liebenau (Landkreis Kassel), wo sie untergebracht waren, an einen neuen Halter vermittelt wurden, der anonym bleiben wollte. Dies sei aufgrund von Verwaltungsinformationen erfolgt. Andere Informationen habe er nicht gehabt.

Jetzt teilte er „nach intensiver Prüfung der Akten- und Faktenlage“ mit, dass die Tiere am 16. Mai 2013 auf Anweisung Volker Zimmermanns von einem Mitarbeiter des Staufenberger Gemeindeservices aus der Pension Apollo in Kassel-Liebenau abgeholt wurden.

Tiere sollten überprüft werden 

„Nach vier Jahren Aufenthalt sollte der Zustand der Hunde im Sinne des Tierschutzgesetzes überprüft werden.“ Dabei habe im Vordergrund gestanden, ob den Hunden ein dauerhaft artspezifisches und lebenswertes Dasein für die Restlebenszeit ermöglicht werden könne. Auch sei berücksichtigt worden, ob bei einer möglichen Weitervermittlung Gefahr im Verzug gewesen wäre, so Grebenstein.

Der behandelnde Arzt habe dies nach eigener Aussage mit bestem Wissen und Gewissen abgewogen. Entscheidender Gesichtspunkt laut Gesetz sei hierbei: „Tötung nur dann, wenn ein wichtiger und vernünftiger Grund vorliegt. Das sind im Einzelnen unheilbare, mit schwerem Leiden oder Schmerzen verbundene Krankheiten, altersbedingte Veränderungen, die ebenfalls mit dauerhaften Schmerzen einhergehen oder eine weitere Haltung des Tieres unmöglich machen. Weiterhin aber auch von einem aggressiven Tier ausgehende Gefahren für Leib und Leben von Menschen.“

Hundepension „Apollo“: Diese Tiere suchen neue Besitzer

„Tiere waren gesund“ 

Uwe Bräuer von der Hundeschule Apollo ist erstaunt über die Diagnose des Tierarztes, dessen Name Grebenstein aus Datenschutzgründen nicht nennen wollte. „Die Tiere waren bei uns gesund“, sagte Bräuer. Sie seien regelmäßig von einem Tierarzt untersucht worden. Er habe auch keine Anzeichen von Arthrose bemerkt. Auch gegenseitige Bisswunden hätten sie sich in der Hundepension nicht zuziehen können, „weil sie bei uns in den ganzen Jahren getrennt gehalten wurden“. Aus seiner Sicht hätten die Tiere damals vermittelt werden können, „weil sie nicht mehr verhaltensauffällig waren“.

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Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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