Wasserverband will spülen

Uschlags Einwohner haben Nase voll: Üble Gerüche aus dem Kanal stinken

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Steht auch auf dem Prüfstand: die Kläranlage in Uschlag. Alle Prozesse wurden unter die Lupe genommen. Im Vordergrund das Belebungsbecken, in dem man die Bläschen des Sauerstoffeintrags sieht – eine wichtige Komponente der Abwasserreinigung.

Uschlag. Friedhelm Damm und andere Bürger Uschlags haben die Nase voll. Immer wieder stiegen üble Gerüche aus dem Kanalsystem auf, besonders bei Hitze.

„Es ist an manchen Tagen einfach unerträglich. Dann kann man die Fenster nicht mehr aufmachen“, sagt Damm. Auch an der Kläranlage habe es in der Vergangenheit immer wieder gestunken.

Der Wasserverband plant nun eine Kanalspülung. In Kürze werde ein Spülwagen den Kanal in der Straße Am Kitzebach und in der angrenzenden Mündener Straße reinigen, teilte der Wasserverband auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Ziel ist es, die Ablagerungen, die sich im Kanalnetz bilden, zu entfernen. Dann kann das Abwasser wieder ohne etwaige Hindernisse weiter zur Kläranlage fließen“, sagt Johannes Prien, zuständiger Ingenieur des Wasserverbands. Im Bereich der Straße Am Kitzebach münde die Druckrohrleitung aus Landwehrhagen in das Kanalnetz ein. Von dort aus fließe das Schmutzwasser weiter über die Leitungen unter der Mündener Straße, erläutert Prien. „Wenn der Spülwagen den Weg freisaugt und im Anschluss spült, kann das kurzzeitig ungewohnte Geräusche verursachen“, so Prien und bittet die Anwohner um Verständnis. Auch die Druckrohrleitung selbst werde in den kommenden Wochen gespült.

Friedhelm Damm, langjähriger Oberbürgermeister von Uschlag

An neuralgischen Stellen, wie etwa der Einmündung der Leitung aus Landwehrhagen in Uschlag im Bereich Am Kitzebach, werde das Kanalnetz regelmäßig geprüft und bei Bedarf gespült. Es sei aber nicht auszuschließen, dass Verstopfungen und Ablagerungen, die sich in anderen Kanalbereichen gebildet haben, gerade bei den heißen Sommertemperaturen zu Gerüchen führen können, so Prien. Verbesserungen erhofft sich der Wasserverband auch durch die neue Schmutzwasserleitung im Westen Uschlags. „Mit der 645 Meter langen Leitung und der 140 Meter Anschlussleitung zum Bereich der Schönen Aussicht werden rund 70 Prozent des Schmutzwassers über dieses Leitungssystem zur Kläranlage transportiert, nur noch 30 Prozent laufen über das Netz im übrigen Stadtbereich“, so

Prien.

Die Kläranlage Uschlag, so Sandra Ramdohr, Sprecherin des Wasserverbandes, laufe derweil ohne auffällige Geruchsbildung. „Seit dem April wurden alle Anlagenprozesse noch einmal genau unter die Lupe genommen: Diese Überprüfung umfasste die Prozesse aller Teilkomponenten und deren Zusammenspiel, von der Reinigungsleistung in den einzelnen Becken bis zum Schlammspeicher.“

Wenn diese Ergebnisse vorliegen, so Ramdohr, „beraten die Abwasserexperten noch im Juli die Gegenmaßnahmen gegen Geruchsbildung auf der Kläranlage – von der geänderten Belüftung bis zur Abdeckung des Schlammbehälters“.

Toilette ist keine Mülltonne

Der Wasserverband Peine weist darauf hin, dass die Toilette keine Mülltonne ist. „Gerade weil die hohen Sommertemperaturen die biologisch-chemischen Umbauprozesse und damit auch die Geruchsbildung fördern, können auch Verstopfungen durch falsch entsorgte Gegenstände dazu beitragen.“ Jeder Nutzer könne hier seinen Beitrag leisten, indem er über die Toilette nur die Dinge abfließen lasse, die dort auch hineingehörten. „Essensreste, Plastik und vor allem Feuchttücher, die sich zu langen Strängen verbinden, sollten tabu sein. Sie gehören in die Restmülltonne“, so der Wasserverband in seinem Appell.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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