Heimat- und Kulturverein

Heimatverein braut es selbst: „Ein mildes, süffiges Lagerbier“ aus Benterode

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Zufrieden mit ihrem Produkt: Harald Schönebach, Karl-Hermann Pfordt und Werner Dümer (von links) testen gut gelaunt das neue Bier. Unser Bild zeigt sie mit den Gerätschaften, die für das Bierbrauen nötig sind: Links steht der Gärbottich, in der Mitte der Braukessel und rechts die Malzmühle.

Benterode. Der Kultur- und Heimatverein Benterode braut nun sein eigenes Bier und knüpft damit an eine alte Tradition an.

Bei Festen und besonderen Gelegenheit soll es in Benterode künftig auch ein Bier aus dem Dorf geben. Werner Dümer (67), Harald Schönebach (66) und Karl-Hermann Pfordt (65) sind die drei Hobbybrauer, die damit an eine alte Tradition des Dorfes anknüpfen.

Sie gehören dem Heimat- und Kulturverein an, der mit diesem Projekt auch etwas für das Dorfleben tun und alt und jung zusammenbringen möchte. Alles, was man über das Bierbrauen wissen muss, haben sie sich selbst angeeignet, die Gerätschaften wie der 30-Liter-Braukessel, Gärbottich und Malzmühle hat der Heimatverein aus Spenden angeschafft.

Bei der Rezeptur lehnen sie sich an den Brauer Cord Broyhan an, der 1526 das nach ihm benannte Broyhan-Bier erfunden hatte. Danach wurde bereits vor über 450 Jahren in Beterode gebraut. Landesherr Erich „der Jüngere“, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, hatte dem Dorf 1562 als eines von zwei Dörfern im Obergericht das Braurecht verliehen.

Mit dem Verkauf des Brauhauses 1829 an einen Kaufmann aus Sandershausen, ging diese Tradition endgültig zu Ende. Er ließ es abreißen und an anderer Stelle wieder aufbauen. Heute weist noch ein Erinnerungsstein auf den früheren Standort in der Ortsmitte hin. Auch ein alter Spitzname der Benteröder, die „Brühahnen“, erinnert an das Brauen nach dem Broyhan-Rezept.

Die Idee diese Tradition aufzunehmen hätten sie schon länger gehabt, sagt Werner Dümer, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins. Beim Weihnachtsbaumaufstellen im vergangenen Jahr hätten sie beschlossen, in diesem Jahr auch Nägel mit Köpfen zu machen.

Nach ersten Versuchen und Tests starteten die drei Brauer vor gut vier Wochen den ersten wirklichen Brauvorgang. Am 5. Juli wurde gebraut, tags darauf mit Hefe die Gärung eingeleitet, und in der zweiten Juliwoche füllten sie das Bier – etwa 20 Liter – literweise für die weitere Flaschengärung ab. Jetzt trafen sie sich zur Verköstigung im Dorfgemeinschaftshaus, wo die Anlage auch steht.

Das Urteil nach den ersten prüfenden Schlucken: „Sehr gelungen“. Harald Schönebach beschreibt es als „ein mildes, süffiges Lagerbier“. Allerdings könnte es etwas spritziger sein, auch darin sind sich die Hobbybrauer rasch einig. Daran werde man arbeiten. Anfang September will das Broyhan-Team sein Benteröder Lager einem größeren Kreis präsentieren. Dann wollen sie es dem Ortsrat und den Vorsitzenden der Vereine und Verbände servieren.

Einer größeren Öffentlichkeit wollen sie es am 20. Oktober bei einer Baumpflanzaktion des Heimat- und Kulturvereins auf einer Wiese im Dorf vorstellen. Dafür wollen die drei Brühahnen noch einmal 30 Liter brauen.

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