Verkehrsberuhigung in Landwehrhagen: Bodenschwellen machen Ärger

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Der Stein des Anstoßes: Die gelbschwarzen Bodenschwellen machten Lärm und würden nicht zur Verkehrsberuhigung beitragen, lautet die Kritik der Anwohner.

Landwehrhagen. Anwohner in der Gartenstraße in Landwehrhagen sind sauer. Die neuen Bodenschwellen machen Lärm und sorgen ihrer Meinung nach auch nicht für mehr Sicherheit.

Marion Kunzemann (66) ist verärgert. Der Grund sind die zwei gelbschwarzen Bodenschwellen auf der Gartenstraße in Landwehrhagen. Die Gemeinde Staufenberg hat sie vor einigen Monaten auf der Fahrbahn befestigt, um Autofahrer so zu langsamerem Fahren zu zwingen. Denn obwohl für die Gartenstraße, an der die Schule und der Kindergarten mit dem Familienzentrum liegen, Tempo 30 gilt, werde dort wie auch in anderen 30-Zonen deutlich schneller gefahren, begründete Bürgermeister Bernd Grebenstein damals das Vorgehen.

Gegen Verkehrsberuhigung habe sie gar nichts; im Gegenteil, sagt Kunzemann. Auch sie hält sie für dringend notwendig. Dass in der Gartenstraße zu schnell gefahren werde - vor allem auch von Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen - beobachtet auch sie. Aber die Schwellen seien für mehr Sicherheit nicht geeignet.

Um ihnen teilweise auszuweichen würden Autofahrer über die Bürgersteige fahren, auf denen auch Schulkinder unterwegs seien. Andere beschleunigten ihre Fahrzeuge deutlich, nachdem sie zuvor an den Schwellen abrupt abgebremst hätten.

Zudem beobachte sie, dass immer mehr Fahrer in die parallel verlaufende Pestalozzistraße ausweichen, um zumindest einer der Schwellen zu entgehen. Dort gebe es keinen Bürgersteig, aber die Straße sei dennoch für viele Kinder ihr Schulweg. Der zusätzliche Verkehr sei für sie deshalb gefährlich.

Für Marion Kunzemann gibt es aber noch einen weiteren Grund, die Schwellen abzulehnen. Und das ist der Schlaglärm, der entsteht, wenn die Autos sie überfahren. Und der beginne schon gegen sechs Uhr. Mit ihrer Kritik steht Marion Kunzemann nicht allein. 42 Unterschriften von Anwohnern hat sie gesammelt, die sich für eine Verkehrsberuhigung, aber gegen die Schwellen, aussprechen.

Gehör im Ortsrat 

Ruth Tischer

Auf Gehör sind sie bereits im Ortsrat von Landwehrhagen gestoßen. Nach Angaben vor Ortsbürgermeisterin Ruth Tischer habe er in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, in den Haushalt 10 000 Euro für alternative Lösungen aufzunehmen. Es müsse mehr Sicherheit erreicht und zugleich auch die Lärmbelästigung für die Anwohner verringert werden, so Tischer.

Insgesamt rund 900 Euro haben die zwei Bodenschwellen in der Gartenstraße sowie eine weitere im Petersweg gekostet. Im Petersweg hat die Gemeinde sie allerdings bereits wieder abgebaut. Auch dort hatten sich Anwohner beschwert.

Das sagt Bürgermeister Bernd Grebenstein  

„Ich finden die Bodenschwellen in Ordnung. Der Kindergarten und die Schule haben einen besonderen Schutzanspruch, dem muss ich gerecht werden. In der Gartenstraße, in der Tempo 30 gilt, wird zu schnell gefahren. Die Schwellen haben zur Verkehrsberuhigung beigetragen. Deshalb werden sie bestehen bleiben, bis vom Ortsrat eine alternative Lösung vorgeschlagen wird, die möglich ist.“

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